Die Grenzen der virtuellen Welt

Das Internet ist eine wunderbare Erfindung. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten. Aber eines (von vielen Dingen) kann das Internet nicht. Da stösst es an seine Grenzen.

Menschen in Not helfen. Eine Hand halten. Trösten. Sterbenden und Kranken beistehen. Lebenssinn geben. Beichte. Trauer, durch ein offenes Gespräch lindern.

Worte, gerade aus virtueller Ferne, können nicht Nähe spenden. Spätestens am Ende einer schweren Erkrankung, wenn es „ans Sterben geht“ ist es wichtig, einfach nur da zu sein. Auch das kann Internet nicht leisten.

Was sind Hunderte von Facebook Freunden, hunderte Beiträge auf Mailinglisten, „wert“, wenn sich ein Mensch in wirklicher Not befindet ?

Daran muss ich denken, wenn ich, oft in eigener Verzweiflung, Seelsorge spende. Ja, das geht. Sich einfühlen klappt am besten durch gemeinsames Erleben. „Dem anderen ein Du werden“ (Johannes Rau) funktioniert nicht, wenn sich ein Seelsorger (oder wer auch immer) nicht einfühlen kann. Dann sagen zu dürfen: „Ich kenne das“ lässt manche (gedanklichen, sprachlichen) Grenze fallen.

Gerade an diesem Punkt stösst das Internet an seine Grenzen. Internet kann keine Nähe in Not vermitteln. Da braucht es das persönliche Gespräch, das „einfach nur da sein“.