Ein tägliches Ritual

Ich habe mir angewöhnt abends eine kleine Pause einzulegen. Das Ritual ist mir zur Gewohnheit geworden. Einfach mal 20 Minuten Pause vom Getümmel. Das Ritual kann ganz unterschiedlich aussehen. Bei mir ist es eine Vesper. Ich bete nicht nach Gebetbuch, sondern bringe alles vor Gott, was mich bedrückt, was mich müde macht, was mich freut. In gewisser Weise lasse ich die letzten Stunden vorbeiziehen und bekenne Gott meine Schwächen und Fehler an diesem Tag. Das hat nichts mit „Asche auf das Haupt streuen“ zu tun. Diese Übung bringt mir Erleichterung, weil ich weiss, dass Gott mein Gebet hört und dass er Geduld mit seinem Sünder hat. Mit „seinem Sünder“? Ja, ich denke mein Gespräch mit Gott ist eben das. Mein Gespräch. Ich kann immer für andere Menschen beten. Aber meinen Tag, mit allen seinen hellen und dunklen Seiten, kann ich nur alleine vor Gott bringen. Die Erleichterung nach dem Gebet kann ich auch nur selbst spüren. Sicherlich, ich kann davon schreiben. Aber auf die Reise machen muss sich jede/r selbst.