Paris, Brüssel: Zivilgesellschaft

Paris, Brüssel. Ich weiss, die Liste könnte viel länger sein. Es geht mir aber nicht um eine Vollständigkeit. Es geht mir um ein Phänomen, das Mut macht. Man könnte dieses Phänomen sicherlich auch als Hilflosigkeit deuten. Aber ich möchte das nicht gelten lassen.

Nach Anschlägen ist die Gesellschaft erst einmal wie paralysiert. Dann aber finden die Menschen zusammen. Gemeinsamkeit, gerade in Zeiten der Bedrohung und Trauer, ist ein urmenschliches Gefühl. Menschen finden in der Gemeinschaft Mitgefühl, sie können mit anderen Menschen weinen und sie können auch traurig sein. Sie können trotzig sein und auch gemeinsam singen. Sie können klarmachen, dass Terror eine Gesellschaft niemals spalten darf. Alle Menschen sind im Visier. Im perversen Denken der Attentäter sind wir alle Zielscheiben. Egal, welcher Staatsangehörigkeit, egal welcher Religion.

Diese Zeichen der gemeinsamen Trauer setzen auch einen klaren Gegenpunkt zu Rattenfängern, die versuchen, mit der Angst Stimmung zu machen. Stimmung gegen alle „die anders sind“, weil sie eine andere Hautfarbe oder eine andere Religion haben.

Mit diesen elenden Hetzkampagnen werden, in Wahrheit, die Toten und Verletzten missbraucht. Ihnen wird noch einmal angetan, was ihnen schon angetan wurde.

Da braucht es klare Zeichen der Gegenwehr.

Ich bin optimistisch: die Zivilgesellschaft wird sich nicht instrumentalisieren lassen.

Diesen Sieg werden weder Terroristen, noch Rattenfänger, erleben.

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