Schlussstrich ?

Ich weiss. Viele Deutsche würden sich wünschen, das, so lange nach der Schoa, endlich vergessen wird. Vom Vergeben träumen wohl die wenigsten.

Aber die Schoa vergessen ? 6 Millionen ermordete, erschlagene, vergaste, verscharrte, verbrannte, Menschen ?

Ein Vergessen ? Vergessen bedeutet die eigene Geschichte auszulöschen. Mit dem Vergessen würde man die Chance niemals nutzen können, aus dem Schrecken zu lernen.

Und zu lernen haben wir eine Menge. Ich meine da die Geschichtsvergessenheit (nicht nur) meiner Generation. Ich meine die aktuellen Bedrohungen. Immer noch durch den Iran, aber auch durch den eingewanderten Islamismus, der, in grossen Teilen, nicht „nur“ menschenverachtend, sondern mordend ist. Jüdische Gemeinden haben heute weniger Sorge vor Nazis aller Art. Dafür ist die Sorge vor islamistischen Terror umso grösser. Und leider ist diese Sorge mehr als berechtigt.

Die Feindseligkeit, die doppelte Anti-Moral, das „Man-wird-doch-noch-sagen-dürfen“ erzählt viel über den (geistigen) Zustand unseres Landes. Und die AfD ist nur ein Zeichen dieser unterschwelligen Gedanken. Ein Verschwinden der AfD würde das Problem nicht lösen, sondern nur verschieben.

Manchmal habe ich keine Kraft mehr, gegen Windmühlen anzukämpfen. Dann bleibt, als einziger Trost, die Gewissheit des Staates Israel. Wer wird, angesichts der Geschichte, die Existenzberechtigung eines jüdischen Staates in Zweifel ziehen ? Und doch sind es so viele. Steckt dahinter wirklich „nur“ der Wunsch nach einem Schlussstrich ? Oder der Wunsch, das sich Geschichte wiederholen möge ?