Vollmachten, Ärzte, Sterben

Endlich habe ich es getan. Lange schon habe ich den Gedanken vor mir hergeschoben, eine Vorsorgevollmacht und eine Patiententenverfügung auszufüllen. Der hiesige Hospizverein bietet eine Beratung an, die ich nun endlich in Anspruch genommen habe.

Der Gedanke daran, nicht mehr selbst über das eigene Leben entscheiden zu können, ist schwer zu ertragen. Und doch ahnen wir, dass dieser Zeitpunkt schneller kommen könnte als man fürchtet. Ein Unfall, ein Sturz, eine schnell fortschreitende Krankheit, auch eine langsamer fortschreitende Erkrankung wie eine Demenz können es unmöglich machen, diese Verfügungen zu unterzeichnen. Denn um diese Verfügungen zu unterzeichnen, muss Mensch noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sein.

Einen Ausweis zur Organspende trage ich schon lange mit mir herum. Ich weiss, das Organspende, aus religiöser Sicht, durchaus problematisch sein kann. Und doch habe ich mich dazu entschlossen. Die Möglichkeit, einem Menschen das Weiterleben zu ermöglichen, ist mir wichtiger als alle Bedenken.

So kann ich nun in grosser Ruhe annehmen, was kommen soll. Ich weiss, dass mein Leben, von der Geburt bis zum Tode, nicht in meiner Hand liegt. Auch nicht in der Hand von Ärzten und Maschinen. Ich bin mir sicher, nein: ich habe die Zuversicht, dass mein Leben alleine in der Hand des gütigen Herrn liegt.

Notwendige Klärungen stehen dem nicht im Wege. Letzte Sicherheit aber gibt es auf Erden, mit Menschen, nicht.

Nein, der Tod ist kein schrecklicher Gedanke. Der Tod ist einfach ein g“ettlicher Übergang in ein besseres Leben.

Wovor sollte ich mich fürchten ?