Ein „Klimaschutzplan“ ohne Kimaschutz

Es sollte ein Durchbruch werden. Letztlich wurde es ein Gemetzel in Sachen des Klimaschutzes. Den Titel des Gezerres „Klimaschutzplan 2050“ zu nennen, ist nicht nur übertrieben. Ach, wenn es nur dieses wäre. Nein, der Titel „Klimaschutzplan 2050“ ist eine Verbraucher/Wähler/ Verarschung erster Güte. Eine Umweltministerin, Barbara Hendricks, wird ausgerechnet von ihrem eigenen Parteigenossen, Sigmar Gabriel, demontiert bis zur Unkenntlichkeit. Sigmar Gabriel, ganz im Wahlmodus, hat sich den Interessen von Lobbyisten gebeugt. Wieder einmal.

Was interessiert Herrn Gabriel schon der Klimaschutz, wenn in einem Jahr Bundestagswahlen anstehen ?

Die Folgen des Braunkohleabbaus für die Menschen konnte ich vor einigen Wochen im Tagebau Garzweiler erleben. Die Organisation „Arbeit und Leben“ hat diese Reise angeboten. Die Mondlandschaft im Abbaugebiet lässt sich kaum beschreiben. Da sind Bilder viel bessere Zeugen.

Uralte Kulturdenkmäler werden der Sucht nach billigen Energie vernichtet. Zum Beispiel der Immerather Dom. Wenn man vor diesem gigantischen und einfach nur beeindruckenden Bauwerk steht, ist es schwer vorstellbar, das dieser Kulturschatz dem Braunkohleabbau zum Opfer fallen wird. Ein Kulturdenkmal in einem Dorf, das ebenso sterben wird. Immenrath. Ein Dorf wird Opfer des (Alb)traumes von angeblich billiger und angeblich immer verfügbarer Energie.

Da sterben ganze Dörfer den Kohle Tod. Sie werden zerstört, um Kohle zu gewinnen, die auch noch unsere Atmosphäre (und die unserer Kinder) aufheizt bis zur Verbrennung. Besondern tragisch ist, das es viel bessere und effizientere Energie Quellen gibt. Eine Umstellung auf 100% erneuerbare Energien ist möglich. Wenn wir das denn wollten. Da muss der Druck, müsste unsere Lobby, müsste ich, viel mehr Druck ausüben. Nicht nur mit dem Stimmzettel.

(Meine kleine Möglichkeit ist, neben meiner Stimme bei den Wahlen, auch zu schreiben. Das Schreiben ändert nicht viel. Da bin ich ganz Realist. Aber vielleicht ist Schreiben der stete Tropfen, der den Stein zum Fallen bringt.)

Ich denke, gerade dieses Bild macht, in aller Radikalität, deutlich, was Tagebau bedeutet.

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Über die Klimakatastrophe, besonders durch Braunkohle, wurde viel geschrieben. Das muss ich nicht auch noch machen. Zumal die meisten Leute viel besser schreiben können als ich es vermag.

Die Umweltverbände haben, gegenüber den Kohle- und Autokonzernen eine schwächere Lobby. Was nicht so bleiben muss.

Anstatt in Klagen zu verfallen, sollten wir (auch ich, der ich Mitglied in BUND und NABU bin) noch mehr Mut und Kraft aufbringen, um Menschen zu überzeugen.

Umweltschutz macht wirklich Spass und wir alle können dabei neue Sichtweisen gewinnen und viel Lernen. Der Begriff „Umweltbildung“ gewinnt eine ganz neue Bedeutung, wenn Mensch wirklich aktiv wird. Zum Beispiel (auch) bei Transition Town. Da lernt Mensch nicht nur eine ganze Menge, sondern Mensch kann das Gelernte auch gleich in die Tat umsetzen. Zum Beispiel beim Urban Gardening.

Umweltschutz ist nicht nur eine Sache, die uns betrifft, sondern vor allem die nachkommenden Generationen, die unsere Dummheit auszubügeln haben.

Was können wir unseren Kindern erzählen ? Die nächste Generation wird uns fragen, warum wir deren Lebensgrundlage zerstört haben. Und die Frage ist mehr als berechtigt. Ich habe keine Ahnung, was ich meinen Kindern sagen soll. Gibt es einen wirklichen Grund, um mein Verhalten zu rechtfertigen ?