(Auch) Haifa brennt

Nein, es ist nicht weit weg. Mit tiefer Trauer (ich mag das Wort „Betroffenheit nicht) verfolge ich die Ereignisse in Israel. Dank Internet ist Mensch näher an den Ereignissen (oder näher vor dem Bildschirm) als es vielleicht gesund ist. Und doch kann ich den Blick nicht abwenden, weil so unendlich viele Erinnerungen an den Bildern hängen. Nun also Haifa. An diese Stadt verbindet mich eine ganz besondere Erinnerung. Mit Lila war ich ganz oben im Turm der Universität. Da hat der grosse Schriftsteller A.B. Yehoshua eine Vorlesung gehalten. Die Bücher, auch und gerade dieses Literaten, verschlinge ich mit Buchstaben-Appetit. Und nun brennt Haifa. Die Universität musste evakuiert werden. Es sind gnadenlose Bilder. Und es ist nicht nur die Live-Berichterstattung vom israelischen Channel 1. Es sind auch Berichte, Videos, Bilder in den sozialen Netzwerken. Neben der Berichterstattung im TV verfolge ich auch Twitter, Facebook und You Tube. Ich weiss, das ist ungesund. Und doch kann ich meinen Blick nicht abwenden. Nicht aus Voyeurismus (Ich weiss, das Argument ist schwach), sondern weil Erinnerungen an den Orten hängen und – vor allem – liebe Freundinnen und Freunde dort leben. Ich glaube, das ist ein viel stärkeres Gefühl, als es alle Berichte schildern. Ich bete für meine Freundinnen und Freunde. Mehr kann ich nicht tun.