Chofetz Chaim und Laschon Hara

„Gewähre mir, dass ich nichts spreche, das nicht Not tut“ (Chofetz Chaim)

Ich lese gerade ein Buch des Rabbiners Israel Meir Kagan (Chofetz Chaim). Der Rabbiner lebte von 1839 bis 1933.

Ein Hauptthema des Rabbiners ist das Phänomen der Laschon Hara. Das ist die üble Nachrede in allen ihren Formen. Rabbiner Kagan hielt Laschon Hara für ein Grundübel der Menschheit. Und er hat, auch heute noch, Recht damit.

Wie schnell, manchmal wie automatisch, sprechen wir Schlechtes über unsere Mitmenschen ?

Wie oft schieben wir Mitmenschen, mit unseren Worten, in eine bestimmte Ecke, die uns willkommen ist ?

(Oh ja, ich weiss wovon ich rede. Jeden Tag richte auch ich. Meistens ohne darüber nachzudenken. Wer ohne Schuld ist …)

Rabbiner Kagan verurteilt aber nicht nur das schlechte Sprechen über andere Menschen, er verurteilt auch das Hören schlechter Dinge über andere Menschen. (Deshalb pries er seine Taubheit als Geschenk G“ttes.)

Der zweite Tempel, so habe auch ich es in einem Schiur gelernt, wurde zerstört, weil die Menschen sich nicht liebten. Nein, es ist nicht die Rede von Sex. Es ist die Rede von Missgunst, Neid und übler Nachrede. Ähnliches lehrt auch Rabbi Schlomo Carlebach, in Jerusalem schlicht Reb Shlomo genannt.

Der Moschiach, so eine zentrale Lehre des Rebben, wird wiederkommen, wenn auf der Welt alles Sprechen verstummt ist. Wenn auch nur für eine Sekunde.

Dann wird auch der dritte Tempel erbaut und alle Schmerzen und Tränen werden weggewischt werden.

Unter dieser Prämisse habe ich die Prophezeiung „Days will Coming“ noch nie gesehen. Werden die gesegneten, ersehnten, Tage kommen ?

Es ist so schwierig, eine Sekunde wirklich zu schweigen. Und wie Schweigen ? In Worten ? Oder auch in Gedanken ? Oder auch in Taten ?

hafets-haim