Watte, Watte, Watte

Es gibt Tage, da läuft man wie auf Watte. Und auch der Kopf ist eine Sammlung aus Watte. Irgendwie ist alles wattiges Irgendwas.

Das Wattige spürt man zum Beispiel, wenn man versucht, ein paar Treppenstufen herunterzukommen. Wenn man kein Gefühl mehr für den Boden (wo ist der eigentlich ?) hat, wird selbst Laufen zur Mutprobe. Dann geht man ein Schrittchen vor dem anderen. Und je vorsichtiger man tappt, desto grösser ist die Gefahr, zu stürzen.

Nicht die Schmerzen schmerzen mich bei der Depression. Das ist auch doof. Aber so ein Gefühl von „Was-nicht-genau“ und „Watte im Kopf und sonst wo“ finde ich viel schwieriger. Das ist nicht definierbar. Das ist nicht beschreibbar. Das entzieht sich irgendwie der Logik. Und es ist diesmal nicht selbst herbeigeführt.

Manchmal schlucke ich zu viele Tabletten. Einfach, um endlich weg zu sein. Weg zu sein von der Scheisse. Ein wenig Schlafen. Am besten nicht mehr aufwachen. Auch vor dem Schlafen, und manchmal schon beim Aufpassen, ist der alte Zustand wieder da. Nichts hat sich geändert. Vielleicht doch ein paar Tabletten zu wenig ? So geht das manchmal ziemlich lange. Irgendwie haben die Tage gar kein Leben mehr. Alles ist verschwunden hinter der dunklen Wand. Und Frau Katze ist wieder da. Die Katze ist schwarz.

Ich weiss, das hört sich alles doof an. Ist es irgendwie auch. Aber es gibt kein Leben mehr. Alles ist zerbrochen und hinter einer schwarzen Wand. Es gibt keine Gefühle mehr. Alles ist zerbrochen und hinter einer schwarzen Wand. Gab es eigentlich ein (anderes) Leben vor der Depression ? Gab es eigentlich einmal Gefühle ? Wie war das eigentlich ?

Egal. Weg sein. Bitte.