„Der Tod kann mich mal“

Der Tod kann mich mal.“ Ein Buch, das mir in unserer kleinen Buchhandlung sofort „ins Auge gesprungen“ ist. Kira Brück, von der ich, in diesem Zusammenhang, das erste Mal gelesen habe, hat 12 schwer kranke Jugendliche interviewt und deren Geschichte aufgeschrieben. Diese Interviews bilden, neben Gesprächen mit „Spezialisten“ dieser Thematik (Mediziner, Eltern) das besprochene Buch.

Wobei die erkrankten Kinder nicht nur Spezialisten in eigener Sache sind, sondern auch Helden in eigener Sache. Die Interviews sind ehrlich. Ohne etwas zu beschönigen, aber auch ohne Lachen, Musik hören, Freundschaften schliessen, auf der Station, nicht auslassen.

Aber es kommen auch Enttäuschungen zu Wort, zum Beispiel das Zurückziehen von Freunden, das Ende von Beziehungen wegen der Krankheit.

Laura, erst 17 Jahre alt, an Lymphknotenkrebs erkrankt, schildert das Ende ihrer Beziehung. Der Freund schickte ihr eine SMS mit dem Inhalt: „Ich komme nicht damit klar, dass du jetzt keine Haare mehr hast. Es ist vorbei“.

Und dann ist da Julian, 17 Jahre alt, an Knochenkrebs erkrankt, der sagt: „Ich bin dem Krebs auch dankbar – für meine zweite Chance“.

Eine weite Bandbreite von Gefühlen. Mit viel Einfühlungsvermögen schreibt Kira Brück die Geschichten auf. Es ist, als ob die Jugendlichen neben mir sitzen würden. Das Lachen und Weinen wird selbst körperlich erfahrbar. Was soll gute Literatur mehr leisten, als Mitgefühl erfahrbar zu machen. Allerdings sollte Mit-Gefühl nicht in Mit-Leiden umschlagen. Auch das lerne ich mit diesem Buch wieder neu.

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