Eine Rolle rückwärts

Wer hätte das gedacht ? 2011 wurde die Allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und nun, sieben Jahre später, soll die Allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt werden.

Was hat sich eigentlich in diesen sieben Jahren geändert ? Ist es sinnvoller geworden, eine Berufsarmee von Frauen und Männern zu haben, weil die Welt unsicherer geworden ist ? Was hilft eine Berufsarmee gegen Terroristen, gar gegen Naturkatastrophen ?

Den islamistischen Terror, in dieser Härte gegen Europa gerichtet, gab es auch schon vor 2011. Was hat die damalige Berufsarmee im Kampf gegen den Terror erreicht ? Wo sind durch eine solche Armee Menschen gerettet worden ?

Und ist es wirklich so, das die Allgemeine Wehrpflicht (vs. Zivildienst) die Gesellschaft wieder zusammengeführt hat ? Oder sind die Gräben nicht tiefer geworden ?

Wenn ich Berichte von Menschen lese, die ihren Wehrdienst absolviert haben, höre, dann ist das viel von Langeweile, Sinnlosigkeit, Alkohol, die Rede. Und von Ausbildern, die selbst nicht an das glaubten, was sie an die jungen Männer bringen sollten. Dementsprechend frustrierend war die Situation.

Und der Zivildienst ? Da klingen die Berichte oft positiver. Da haben Menschen wohl etwas für das zukünftige Leben gelernt. Und auch eine Berufung gefunden, die zum Beruf wurde. Im besten Falle.

Aber: Es ist auch verlorene Zeit, in der Menschen ihre Ausbildung beginnen, ins Berufsleben einsteigen. Diese Zeit fehlt Menschen und Unternehmen bei einer Allgemeinen Wehrpflicht.

Sind Zwangsdienste nicht ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert ?