Die Bahn kommt – oder ?

Ich fahre viel und gerne mit der Deutschen Bahn. Es gibt immer viel zu sehen und ausserdem schont Bahnfahren das Klima. Ehrlich gesagt ist letzeres der Hauptgrund meiner Fahrten mit der Bahn.

Manchmal allerdings treibt selbst mich die Bahn zur Verzweiflung. Da kommt meistens ein Zug, wenn auch verspätet. Daran habe ich mich längst gewöhnt. Was allerdings nervt, sind Systemausfälle und lange Wartezeiten während der Fahrt.

Das hat, bei meiner letzten Fahrt nach Berlin, zwei Stunden gedauert. Insgesamt. Gut, mein Termin war erst am nächsten Tag. Aber ich hätte mir noch einen schönen Nachmittagsspaziergang in Berlin gewünscht. Als ich ankam, war alles dunkel.

Da erscheint ein Lokführer nicht (die sind ohnehin Mangelware und das liegt nicht nur am hohen Krankenstand – woher kommt der eigentlich ?). Da ist eine gestörte Weiche oder Oberleitung (und das jeden Tag) oder es fehlen Abteile, was zur Folge hat, das die übrigen Abteile überbelegt sind und Platzreservierungen dann nicht mehr genutzt werden können). Ok, man bekommt einen Teil des Fahrpreises erstattet. Aber eine angenehme Bahnfahrt, ohne solche Zwischenfälle, wäre mir schon lieber.

Dann gibt es da Warteschlangen an Toiletten, weil ja nun einige fehlen oder weil Toiletten verstopft oder sonstwie beschädigt sind.

Oder Menschen müssen im Gang sitzen, weil es keine Sitzplätze mehr gibt. Was dazu führt, das der Zug nicht abfahren kann, weil die Sicherheit nicht gegeben ist. Die Gänge müssen frei sein.

Eine Sache aber erscheint mir eine Fabel zu sein: Angeblich sollen Bahnbedienstete unfreundlich sein. Mir ist noch kein unfreundlicher Schaffner oder sonstiger Mitarbeiter der Bahn begegnet. Bei allen Widrigkeiten versuchen diese Menschen ihre Arbeit so gut wie möglich zu erledigen. Und sicherlich sind auch Bahnmitarbeiter unglücklich über die Missstände. Aber, wie gesagt, unfreundliche Bedienstete sind mir bei der Bahn noch nicht begegnet. Schon gar nicht im Fernverkehr.

Vielleicht ist auch die Frage, wie man selbst mit Menschen umgeht, ein Teil des Problems. Wenn ich einen Menschen anschnauze oder gar bedrohe, sollte man sich nicht über „unfreundliche“ Reaktionen wundern. (Ausserdem habe ich gelernt, das sich „so etwas“ nicht gehört).

Und ausserdem habe ich Verständnis für Menschen, die auch mal einen schlechten Tag haben dürfen. Dieses Recht haben auch „Bahner“.

Was beim Bahnfahren immer spannend ist, sind die Gespräche mit Mitreisenden. Ich lerne da immer eine ganze Menge. Und ich bin erstaunt, das Mitfahrende auch die Probleme bei der Pünktlichkeit (und andere Probleme) sehr gelassen nahmen. Gut, es gibt auch Ausnahmen. Aber mir scheinen die Gelassenen in der Mehrheit zu sein. Und wenn es gerade keine spannenden Gespräche gibt, lässt sich gut schlafen oder lesen.)

Im ICE gibt es übrigens Ruheabteile. Die sind nicht immer ruhig, aber oft. Die Idee ist jedenfalls klasse. Ich würde mir solche Abteile auch im EC/IC wünschen.

(Autofahren ist auch zeitraubend. Wenn ich die Staus sehe. Autofahrer kommen auch selten pünktlich ans Ziel und sind dann auch noch müde und unkonzentriert. Und leider auch oft Agressiv. Leider verstehen nicht viele Autofahrer, das sie Teil des Staus sind.)

Es gibt auch spannende Bahnstrecken. Die von München nach Berlin zum Beispiel. Die muss ich, im nächsten Jahr, unbedingt testen.

Und ich freue mich, noch vor Weihnachten, auf meine Fahrt in die Bayrische Kloster Provinz. Ein paar Stunden ICE (nach München) ist auch dabei. Danach geht es mit der Bummelbahn durch die bayrischen Dörfer. Und das alles entspannt.

Nein, trotz allen Hindernissen werde ich weiterhin freudig Bahn fahren. Klar bin ich auch manchmal etwas genervt. Auch das verfliegt schnell wieder. Und nach der Ankunft ist alles wieder gut.

Bis zum nächsten Mal …