Der innere Kritiker im Kopf

„Du kannst nichts. Alles, was Du machst, ist schlecht. Alles könnte viel besser gemacht sein. So ein Fehler konnte nur Dir passieren.“

Mit anderen Worten: Der innere Kritiker im Kopf.

Dieser Kritiker begleitet mich schon unglaublich lange. Eigentlich begleitet er mich schon seit der Schulzeit. Und vermutlich noch früher.

Für meine Eltern, nein, vor allem meine Mutter, war ich das Wunschkind. Einzelkind. Alle Hoffnungen ruhten auf mir. Alles sollte besser werden.

Körperlich ist auch alles besser geworden. Ich war immer gesund und munter. Nur etwas zurückgezogen. Hatte kein Interesse für andere Kinder. War immer Mutter-fixiert.

Meine Mutter hatte kein besonders einfaches Leben. Geboren in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Eine Mutter, die selbst depressiv war. Ein Vater, der viel geschlagen hat. Vor allem, wenn es um den Besuch von Gottesdiensten ging. Dem Anschein nach eine glückliche Familie. Nur war der Schein verlogen.

Und meine Eltern ? Ein Vater, der praktisch unerreichbar war. Er war kalt, leistungsorientiert. Er hat sehr gut für uns gesorgt. Nur hätte ich mir einen Vater gewünscht, der für mich erreichbarer gewesen wäre. Ein Leben hinter dem Streben nach Geld. Das gab es nicht. Da war eine Brücke aus Leere, die nicht zu überwinden war. Wie soll Leere überwunden werden ?

Meine Mutter versuchte das auszugleichen. Da war auch viel versuchte Motivation zur Leistung. Ich sollte das nachholen, was meine Mutter nie hatte, nie erreichen konnte. Irgendwann war dann wirklich ein Leistungsdruck in mir aufgebaut, dem ich irgendwann nicht mehr gewachsen war.

(Nein, es geht nicht um Schuldzuweisungen. Es ist mein Leben. Und niemand ausser mir selbst ist für dieses Leben verantwortlich.)

  • Ich kann nicht mehr weiterschreiben. Fortsetzung folgt.