Und es geht doch …

Früher war ich emsiger Käufer bei Versandhändler. Amazon, eBay, Versandapotheken. Und dieses Hobby habe ich mit vielen Menschen in Deutschland geteilt. Und ich habe immer wieder Pakete zurückgeschickt. Weil mir das Kleidungsstück nicht gefallen hat. Weil der Artikel nicht kompatibel war. Weil mir die Grösse des Gerätes nicht gepasst hat. Es gibt zum Rücksendeverhalten von Onlinekäufer*innen eine interessante Studie (es wird mehrere Studien gaben, aber diese hier scheint mir besonders Gut/genau zu sein). Was mit Retouren Ware passiert, wissen wir alle. Zum Teil werden diese Retouren schlicht und ergreifend vernichtet. Und auch mit der Rücksendung selbst verwässert sich die eigentlich nicht schlichte Umweltbilanz des Online Handels.

Wie gesagt: Ich war Teil dieses Kreislaufes. Bis ich mich fragte, ob ich nicht zu sorglos und gedankenlos im Online Handel klickte und damit kaufte. Amazon bietet den Vorteil, eine Chronik aller jemals getätigten Käufer anzubieten. Da sind auch die Retouren erfasst. Als ich mich durchklickte war ich erstaunt über mein eigenes Kaufverhalten. Brauchte ich das wirklich alles ?

Seit über 2 Monaten habe ich nun nichts mehr im Online Handel gekauft. Und ich vermisse nichts, Ganz im Gegenteil fange ich an, überlegter zu kaufen und nicht instinktiv schnell zu klicken. Das klicken selbst kann übrigens pathologisch werden.

Was ich entdecke, sind ganz reale kleine Geschäfte. Nicht unbedingt in meiner kleinen Stadt. Was über Lebensmittel hinausgeht, ist manchmal schwierig zu besorgen. Aber wenn man vorher etwas im Internet sucht, finden sich auch kleine Geschäfte für konkrete Dinge (nicht nur des alltäglichen Bedarfes).

Und mit dem realen Geld in der Tasche lässt sich mancher Kauf auch verschieben oder verkleinern oder auch nicht tätigen.

Nicht zuletzt übrigens gibt es Menschen, für die Paketdienste ganz konkret auf die Knochen geht. Und das zu einem „Lohn“ der mehr als peinlich ist. Er ist ein Verbrechen. Diese Dokumentation der ZEIT berichtet über Zustände, dich ich nie für möglich gehalten hätte. In welchem Land lebe ich eigentlich ?

Nein, es muss auch anders gehen. Ich werde mich bemühen, so wenig wie möglich Online zu bestellen. Ganz ohne wird es vermutlich nicht gegen. Aber mit mehr Gedanken, auch über den Tellerrand hinaus, ist Klicken vernünftiger.

10.000 Schritte für Körper und Seele

Der Grenzgänger ist ein absoluter Sportmuffel.

Menschen in Sportstudios, auch die Werbung für Sportstudios, lösen beim Grenzgänger keine positiven Gefühle aus.

Aber es gibt eine Alternative: Täglich 10.000 Schritte laufen. Nicht rennen, nicht joggen, einfach nur laufen. Täglich 30 Minuten reichen völlig aus.

Seitdem ich die Zeit in meinen Terminkalender eingebaut habe, brauche ich auch weniger Medikamente gegen die Depression. Das Medikament Elontril konnte ich vollständig absetzen. 25 mg Lamontrigin am Morgen brauche ich ebenfalls nicht mehr. Durch das tägliche Laufen fühle ich mich körperlich und seelisch wohler. Und Geist sowie Seele sind insgesamt wacher. Medikamente abzusetzen oder zu reduzieren kann nie schaden. Leber und Nieren bedanken sich freundlich. Auch das Gewicht bedankt sich.

Seitdem ich meine Ernährung umgestellt habe (weniger Zucker, weniger Essen am Abend, Naschen nach dem Abendessen ist verboten) geht das Gewicht nach unten. Und der Grenzgänger hungert nicht. Es gibt immer noch gutes Essen. Der Grenzgänger lebt noch immer seine Leidenschaft für „KK“ aus. Kuchen und Käse.

Gestrichen habe ich mein tägliches Liter Sinalco (es waren manchmal auch mehr). In den ersten Tagen hat sich der Körper beschwert. Gerade Zucker ist eben auch eine Kopfsache. Zucker als „Sucht“ zu bezeichnen scheint mir doch weit hergeholt. Jedenfalls hat der Kopf (und der Körper) nach ein paar Tagen nicht mehr nach flüssigem Zucker verlangt.

Die 30 Minuten laufen können gut eingeplant werden. Am besten nach dem Mittagessen. Aber auch zu jeder anderen Uhrzeit. Wären diese 30 Minuten ein Ersatz für die Glotze ? OK, der Grenzänger hat schon seit Jahren keine Glotze mehr. Und vermisst das Teil absolut nicht.

Eine Hilfe beim Gehen (bei den 10.000 Schritten) ist ein Schrittzähler. Ich habe das Modell der Deutschen Herzstiftung gewählt. Da wird noch eine tolle Software mitgeliefert. So kann man den eigenen Lauferfolg auch ganz visuell sehen. Für Sportmuffel wie den Grenzgänger ist das hilfreich. Genug zum Thema geschrieben.

Anfangen muss jede/r selbst. Aber 10.000 Schritte helfen, Kopf, Seele und Körper frei zu bekommen. Und Bewegung ist sicherlich besser als Medikamente.

(Der Grenzgänger weiss aus eigener Erfahrung natürlich, das Laufen in den Tiefen einer Depression kaum möglich ist. Da muss ein Mensch erst wieder Land sehen.)

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Minimalismus macht Spass !

Minimalismus ist spannend, weil er uns vor neue Herausforderungen stellt. Minimalismus ist unbequem, weil er uns neue Herausforderungen stellt. Aber das ist gut so. Mit einem „Weiter so“ geht es nicht weiter. Ein „Weiter so“ zerstört die Lebenswelt unserer Kinder. Das werden unsere Kinder nicht verzeihen können. Sie werden uns fragen, was wir uns, bei dieser Lebenweise, gedacht haben. Die Frage wird mehr als berechtigt sein, wenn wir nicht gegensteuern. Aber dieses Gegen-Steuern ist nicht nur eine Pflicht. Dieses Gegen-Steuern ist spannend für alle Menschen, die sich darauf einlassen. Gegen-Steuern ist eine lustvolle Aufgabe beim Urban Gardening, eine engagierte Hinterfragung unseres Mobilitätsverhaltens, eine andere Idee von Energieversorgung und wie diese Umsetzbar ist, eine spannende Reise in die Biodiversität unseres Umfeldes. Und schliesslich eine kritische Reise zu unserem Konsum von Nahrungsmitteln. Minimalismus bedeutet auch, spannende und engagierte Menschen zu treffen. Gerade in Zeiten der Vereinzelung ist Minimalismus, in Gemeinschaft mit anderen Engagierten, ein spannendes Unternehmen. Macht mit ! Jetzt !

Neu entdeckt: Flohsamen

Was es alles gibt Gegen und meinen oftmals streikenden Magen, hat meine tolle Hausärztin mir Indische Flohsamen empfohlen. Der streikende Magen ist eine Folge der Medikamente. Da ich auf die Medikamente nicht verzichten kann, musste also eine Lösung her. Die Lösung sind Flohsamen. Die haben nichts mit Flöhen zu tun. Flohsamen sind ein natürliches Mittel, um den Magen aufzuräumen. Diese Samen gibt es in unterschiedlichen Varianten. Ich habe mich für praktische Portionsbeutel entschieden. Einfach mit reichlich Flüssigkeit trinken und zwischen 12 und 24 Stunden warten. Die Samen wirken (bei mir) sehr gut und schmecken ganz annehmbar. Die Beutel gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Wenn man den Inhalt in Wasser schüttet, sprudelt es wie bei Brause. Bei mir ist der Blähbauch und auch die Magenschmerzen verschwunden. Warum schreibe ich Euch das ? Um zu sagen, dass es nicht immer Chemie sein muss. Überhaupt lese ich mich in natürliche Heilkunde ein. Die Bücher der Hildegard von Bingen sind ein echter Renner in diesem Lernprozess. Jahrhunderte altes Wissen. Immer noch aktuell. Oder immer wieder aktuell.

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Kleidung zum Wegwerfen

Wer durch deutsche Städte geht, dem fällt es unwillkürlich ins Auge: Tüten mit der Aufschrift „Primark“ Nicht nur junge Menschen schleppen diesen Müll mit sich herum. Worum geht es bei Primark ?

Grob gesagt verkauft Primark Mode zum Wegwerfen. Leider hat diese Mode einen Preis, den Käuferinnen und Käufer wohl nicht wahrhaben wollen. Oder sie sind, in ihrem Kauf Wahn, intellektuell gerade nicht in der Lage, diesen verdeckten Preis zu sehen.

Ein schmales Büchlein von Heike Holdinghausen „Dreimal anziehen, weg damit“ beschreibt den ganzen Wahnsinn des billigen Kleidungskonsums. „Billig“ leider nur für den Käufer. Welche Kosten diese Wegwerfartikel in der sog. Dritten Welt verursachen, steht auf einem anderen Blatt. Näherinnen zahlen den Preis ebenso wie unser Klima. Aber, nochmals, die Käuferinnen und Käufer bei Primark dürfte das alles nicht interessieren. Wenn die Gier ausbricht, schaltet sich das Gehirn ab. Diesen Zusammenhang kennen wir schon lange.

Doch es gibt auch Menschen, die ihren Kopf nicht nur zum Haareschneiden haben. Ein schönes Beispiel gegen den Vernichtungswahn finden wir im Greenpeace Weblog: Upcycling statt Wegwerfwahn.

Ein erster Schritt wäre es, bewusster einzukaufen. Auch Kleidung kann bewusst gekauft werden. Lieber ein Kleiderschrank mit weniger Sachen. Dafür aber mit Kleidung, die eine gute Qualität hat. Nein, der Kleiderschrank muss nicht überlaufen. Und das 100ste T-Shirt macht auch nicht glücklich.

Werbung vermeiden !

Wer kennt das nicht ? Man öffnet den Briefkasten und was kommt einem entgegen ? Richtig: Werbung. Das hat den grenzgänger irgendwann so genervt, dass er, an den Absender der Werbung, E-Mails geschrieben hat, mit der Bitte ihn von Werbung zu verschonen. Nur nicht gebrauchtes Papier ist wirklich umweltfreundlich. Das Schreiben der E-Mails hat gewirkt. Es kam immer (!) schnell eine Antwort zurück. Diese hatte zum Inhalt, das der grenzgänger aus dem Post/Werbeverteiler gelöscht wird. Und genau so ist es. Ich bekomme praktisch keine Werbung mehr. Dafür bleibt der Briefkasten oft leer.

Es nützt übrigens auch, sich in der Robinsonliste einzutragen. Eine Sache von zwei Minuten, die ebenfalls hilft, überflüssige Werbung zu vermeiden.

Stadtbücherei als Minimalismus

Der grenzgänger ist ein Freund von Stadtbüchereien. Da gibt es immer viel zu entdecken. Der grenzgänger hat schon seit vielen Jahren einen Leseausweis. Bücher auf diese Weise, als Leihobjekte einer Stadtbücherei, zu nutzen schont nicht nur den Geldbeutel, sondern hilft auch der Umwelt. Eine Stadtbücherei hat aber auch eine soziale Funktion. Für Menschen mit geringem Einkommen ist der Preis für den Leseausweis stark reduziert. So haben auch Menschen eine Möglichkeit zum Lesen, die sich das Kaufen von Büchern nicht leisten können. Ich denke, gerade für diese Menschen, ist Lesen besonders wichtig im Sinne einer Partizipation an Bildung. Und die Stadtbücherei ist ein guter Ort, Bücher, die einfach nur das Bücherregal zustellen, abzugeben. Diese Bücher wandern dann in den Bestand und können, von anderen Menschen, ausgeliehen werden. Neben dem Akt des Ausleihens als konkreter Minimalismus gefällt mir gerade der soziale Aspekt des Modells Stadtbücherei. Davon abgesehen gibt es, in „meiner“ Stadtbücherei, auch ein kleines Café. So kann man das Treiben beobachten und, bei einer schönen Tasse Kaffee, in Büchern stöbern. Das ist für den grenzgänger Lebensqualität.