Unsinnige Staudämme

Manchmal kann ich mich über die Gläubigkeit an technische Lösungen nur wundern. Glaubt wirklich jemand, die Fluten der Zukunft alleine durch Staudämme in den Griff zu bekommen ? Wäre es keine bessere Idee, die Ursachen der Fluten zu bekämpfen ? Zum Beispiel den Klimawandel, den viel zu hohen CO 2 Ausstoss unserer Mobilität, unseren Flugverkehr, der immer mehr zunimmt, immer günstiger wird,  und damit auch immer mehr Treibhausgase produziert ? Unseren wahnwitzigen Ernährungsstil, unsere Lebensweise an sich, die viel zu oft nicht durchdacht ist ?

Wäre es, ganz kurzfristig, keine besser Idee, Beton zurückzubauen, anstatt neuen Beton zu verbauen ?

Das Problem an der Sache ist, das wir einfach glauben wollen, „die Technik“ wird unsere Probleme schon lösen. Das ist bequem – und unsinnig. Den Preis unseres „Immer weiter so“ werden die zukünftigen Generationen bezahlen.

Schöne Aussichten.

Oder ?

Noch ein verlorenes Jahr für das Klima

Silvester. Es stürmt. Das Thermometer reisst die 13 Grad Marke. Deutschland im Dezember.

Nein, es war kein gutes Jahr für das Klima. Wann war überhaupt das letzte gute Jahr für das Kima ?

Alle Klimakonferenzen haben eines gezeigt: Die Unfähigkeit und den Willen, etwas für unser Klima zu tun.

Zu gross ist der Druck von Lobbyisten, zu gross ist der Unwille, eingefahrene Wege zu verlassen. Auch bei mir.

Und es ist der immer gleiche Satz: „Was kann ich schon tun ?“. Nun, wir alle (auch ich) könnten eine Menge tun. Auch ich selbst. Immerhin: Ich fahre kein Auto und habe keinen Fernseher. Ich hoffe, mein Konsum hält sich in Grenzen – und er ist immer zu hoch, um so etwas wie Nachhaltigkeit zu erzeugen.

Es bleibt ein Lernprozess, das Klima zu schützen. Einverstanden. Aber wir sollten einfach anfangen. Oder akzeptieren, dass unser Klima im Arsch sein wird. Und wir gleich mit.

Ein gutes neues Jahr !

Ein „Klimaschutzplan“ ohne Kimaschutz

Es sollte ein Durchbruch werden. Letztlich wurde es ein Gemetzel in Sachen des Klimaschutzes. Den Titel des Gezerres „Klimaschutzplan 2050“ zu nennen, ist nicht nur übertrieben. Ach, wenn es nur dieses wäre. Nein, der Titel „Klimaschutzplan 2050“ ist eine Verbraucher/Wähler/ Verarschung erster Güte. Eine Umweltministerin, Barbara Hendricks, wird ausgerechnet von ihrem eigenen Parteigenossen, Sigmar Gabriel, demontiert bis zur Unkenntlichkeit. Sigmar Gabriel, ganz im Wahlmodus, hat sich den Interessen von Lobbyisten gebeugt. Wieder einmal.

Was interessiert Herrn Gabriel schon der Klimaschutz, wenn in einem Jahr Bundestagswahlen anstehen ?

Die Folgen des Braunkohleabbaus für die Menschen konnte ich vor einigen Wochen im Tagebau Garzweiler erleben. Die Organisation „Arbeit und Leben“ hat diese Reise angeboten. Die Mondlandschaft im Abbaugebiet lässt sich kaum beschreiben. Da sind Bilder viel bessere Zeugen.

Uralte Kulturdenkmäler werden der Sucht nach billigen Energie vernichtet. Zum Beispiel der Immerather Dom. Wenn man vor diesem gigantischen und einfach nur beeindruckenden Bauwerk steht, ist es schwer vorstellbar, das dieser Kulturschatz dem Braunkohleabbau zum Opfer fallen wird. Ein Kulturdenkmal in einem Dorf, das ebenso sterben wird. Immenrath. Ein Dorf wird Opfer des (Alb)traumes von angeblich billiger und angeblich immer verfügbarer Energie.

Da sterben ganze Dörfer den Kohle Tod. Sie werden zerstört, um Kohle zu gewinnen, die auch noch unsere Atmosphäre (und die unserer Kinder) aufheizt bis zur Verbrennung. Besondern tragisch ist, das es viel bessere und effizientere Energie Quellen gibt. Eine Umstellung auf 100% erneuerbare Energien ist möglich. Wenn wir das denn wollten. Da muss der Druck, müsste unsere Lobby, müsste ich, viel mehr Druck ausüben. Nicht nur mit dem Stimmzettel.

(Meine kleine Möglichkeit ist, neben meiner Stimme bei den Wahlen, auch zu schreiben. Das Schreiben ändert nicht viel. Da bin ich ganz Realist. Aber vielleicht ist Schreiben der stete Tropfen, der den Stein zum Fallen bringt.)

Ich denke, gerade dieses Bild macht, in aller Radikalität, deutlich, was Tagebau bedeutet.

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Über die Klimakatastrophe, besonders durch Braunkohle, wurde viel geschrieben. Das muss ich nicht auch noch machen. Zumal die meisten Leute viel besser schreiben können als ich es vermag.

Die Umweltverbände haben, gegenüber den Kohle- und Autokonzernen eine schwächere Lobby. Was nicht so bleiben muss.

Anstatt in Klagen zu verfallen, sollten wir (auch ich, der ich Mitglied in BUND und NABU bin) noch mehr Mut und Kraft aufbringen, um Menschen zu überzeugen.

Umweltschutz macht wirklich Spass und wir alle können dabei neue Sichtweisen gewinnen und viel Lernen. Der Begriff „Umweltbildung“ gewinnt eine ganz neue Bedeutung, wenn Mensch wirklich aktiv wird. Zum Beispiel (auch) bei Transition Town. Da lernt Mensch nicht nur eine ganze Menge, sondern Mensch kann das Gelernte auch gleich in die Tat umsetzen. Zum Beispiel beim Urban Gardening.

Umweltschutz ist nicht nur eine Sache, die uns betrifft, sondern vor allem die nachkommenden Generationen, die unsere Dummheit auszubügeln haben.

Was können wir unseren Kindern erzählen ? Die nächste Generation wird uns fragen, warum wir deren Lebensgrundlage zerstört haben. Und die Frage ist mehr als berechtigt. Ich habe keine Ahnung, was ich meinen Kindern sagen soll. Gibt es einen wirklichen Grund, um mein Verhalten zu rechtfertigen ?

Schlimmer denn je ?

Es Unwettert. Wenn ich aus dem Fenster meines Büros blicke, knallen Wassermassen auf die Dächer, wie ich es noch nie (?) gesehen habe. Wenn die Wassermassen zu hören sind, bedeutet das eines: Es regnet nicht, es schüttet. „Unwetter“ ist da wohl freundlich ausgedrückt. Aber natürlich haben die vermehrten Unwetter nichts mit dem Klimawandel zu tun. Alles Zufälle, irgendwie. Wann werden die Menschen begreifen, dass der Klimawandel Realität ist. Dass die Unmengen an Wasser, die derzeit herunterkommen, kein Zufall sind ? Dass es jetzt höchste Zeit ist, endlich gegen den Klimawandel aktiv zu werden. Das Zeitfenster ist nicht gross. Die Aussicht, dass Menschen ihr Verhalten ändern, ist auch nicht gross. Es sieht nicht gut aus für unser einziges Zuhause. Und auch nicht für Generationen, die nach uns kommen. Weil sich Verhalten nicht ändert. Wie, Verdrängung einfacher ist. Bis zum Untergang.

Ignoranz am Müllereimer

Gestern habe ich gesehen, wie eine Nachbarin Massen von Lebensmitteln (Brot, Eier, Kartoffeln usw.) in die Mülltonne geworfen hat. Ich habe Sie freundlich (!!) darauf angesprochen. Sie meinte bloss, dass es im Supermarkt doch genug Nachschub geben würde. Wahnsinn. Ich gebe zu, das mich solche Ignoranz ärgert.

Verständnis für kostenpflichtige Plastiktüten

Der grenzgänger war heute, wirklich zufällig, in der Galeria Kaufhof. Es wurde auch Zeit, denn schliesslich naht die Kombination „Mutter/Vatertag“. Ehrlich gesagt halte ich von dieser Kombination absolut gar nichts. Aber ohne Geschenk dastehen wollte ich auch nicht. Also rein in die Galeria und gleich fündig geworden.

Warum schreibe ich Euch das ? Ich stellte fest, dass Plastiktüten endlich mit einem Entgelt belegt sind. Die Verkäuferin berichtete, dass fast alle Kundinnen und Kunden Verständnis für diese Massnahme haben. Es gibt nur wenige, die „meckern“. Die meisten Menschen kommen mit Taschen um einzukaufen. Funktioniert der Bewusstseinswandel tatsächlich nur über den Geldbeutel ?

Als ich aus dem Bus gestiegen bin, flog mir übrigens eine (kostenfreie) Plastiktüte entgegen 😦