Kim ist tot

Es ist eine Geschichte, die traurig macht. Eine junge Frau erkrankt an Brustkrebs. Da war sie 29 Jahre alt. Mit nicht einmal 30 Jahren starb Kim nun. Der Krebs war stärker.

Aber das ist nur eine Seite der traurigen Geschichte. In der Zwischenzeit bloggte Kim sich den Frust von der Seele, teilte, in aller Ehrlichkeit, Trauer und Wut, dunkle und schlechte Tage, lustiges (oh ja, auch das gab es) und trauriges von der Seele. Der Weblog hat einen bezeichnenden Namen:

Kimspiriert

Und der Weblog wird bleiben. Nicht nur als „Testament“, sondern auch als Mut-Mach-Quelle für Betroffene und Angehörige

Ausserdem war Kim auf Instragram und You Tube unterwegs.

Kim hat, einfach durch ihre, manchmal gnadenlose, Offenheit, Menschen die Angst genommen und neuen Mut gegeben.

Sie nannte den Krebs „die Zecke“. Und sie hatte sicherlich Recht damit.

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Ich selbst habe den Weblog von Kim (nicht nur) zur Zeit gelesen, als mein Vater an Krebs erkrankte und schliesslich starb. Der Unterschied: Er ist 80 Jahre alt geworden, war, bis zwei Jahre vor seinem Tod, völlig gesund.

Und doch erkenne ich so viel grundsätzliches in den Geschichten von Kim wieder. Die traurigen und lustigen Ereignisse im Krankenhaus, die Schmerzen, die Sehnsucht nach Normalität. Ich weiss nicht, ob Kim, so wie mein Vater, am Ende ihres Lebens, nur noch den Wunsch hatte, erlöst zu haben. Ich fürchte, es war eher nicht so. Mit knapp 30 Jahre wäre so ein Wunsch etwas anderes als nach einem erfülltes Leben.

(Und trotzdem hätte ich meinem Vater noch viele Jahre gegönnt.)

#FCKCANCER ist und bleibt #FCKCANCER .

Ich bin überzeugt davon, das es Kim, in ihrer neuen Welt, nun besser geht. Ich glaube, das Kim uns, mit einem spöttischen Lächeln, zuschauen wird. Und manchmal mit einem herzhaften Lachen.

Und, ja Kim, ich weiss, Du wartest da oben auf Deine LeserInnen Familie.

Und ja, Kim, wie sehen uns da oben – und dann machen wir alle erst mal ’ne Flasche auf und schicken den Schmerz zum Teufel.

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Noch ein verlorenes Jahr für das Klima

Silvester. Es stürmt. Das Thermometer reisst die 13 Grad Marke. Deutschland im Dezember.

Nein, es war kein gutes Jahr für das Klima. Wann war überhaupt das letzte gute Jahr für das Kima ?

Alle Klimakonferenzen haben eines gezeigt: Die Unfähigkeit und den Willen, etwas für unser Klima zu tun.

Zu gross ist der Druck von Lobbyisten, zu gross ist der Unwille, eingefahrene Wege zu verlassen. Auch bei mir.

Und es ist der immer gleiche Satz: „Was kann ich schon tun ?“. Nun, wir alle (auch ich) könnten eine Menge tun. Auch ich selbst. Immerhin: Ich fahre kein Auto und habe keinen Fernseher. Ich hoffe, mein Konsum hält sich in Grenzen – und er ist immer zu hoch, um so etwas wie Nachhaltigkeit zu erzeugen.

Es bleibt ein Lernprozess, das Klima zu schützen. Einverstanden. Aber wir sollten einfach anfangen. Oder akzeptieren, dass unser Klima im Arsch sein wird. Und wir gleich mit.

Ein gutes neues Jahr !

Wie sich die Zeiten ändern

Scheinbar muss es erst passieren. Nicht weit weg. Sondern in Deutschland. Direkt vor unserer Haustüre. Es braucht wohl erst Unwetter Warnungen, die genau so eintreffen.

Vor ein paar Monaten noch, glaubte nur eine Minderheit der Deutschen an einen Klimawandel. Und das, obwohl schon da alle Zeichen auf Dunkelrot standen. Aber vermutlich brauchte es noch ein paar Unwetter, bis das Bewusstsein aufwacht und die Realität nun wirklich nicht mehr verdrängen kann. In den Meldungen von heute ist zu lesen, das die grösste Sorge der Deutschen die Realität des Klimawandels ist. Ein Umdenken ? Das ist schön.

Warum ist das schön ? Weil diffuse Ängste alleine nicht weiterhelfen. Diffuse Ängste sind eher schädlich. Denn diese Ängste kommen, viel zu schnell, mit dem Gefühl einher, „doch nichts tun zu können“. Es mag ein Gefühl sein, aber viel zu oft ist die Idee „doch nichts tun zu können“, eine Ausrede, um wirklich nichts zu tun. „Was kann ich schon ändern ?“ ist auch so ein Satz, in gewisser Weise die Fortsetzung von „Ich kann doch nichts tun“. Also setze ich mich weiter auf das Sofa und lasse mich berieseln. Und die Ängste, oft auch das schlechte Gewissen, werden vor der Flimmerkiste verdrängt.

Davon abgesehen, das Verdrängung immer eine schlechte Strategie ist, könnten wie alle (auch der grenzgänger !) darüber nachdenken, wie man der Realität des Klimawandels entgegen wirken kann. Sicherlich, was wir heute tun, wird erst in Jahrzehnten eine konkrete Wirkung haben. Die heutigen Fanale des Klimawandels sind zwar Menschen gemacht, aber von einigen Generationen vor uns. Nur das Narrativ von der Notwenigkeit eines Wirtschaftswachstum lebt heute immer noch weiter. Hier kann eine Therapie des Klimawandels ansetzen. Aber erst muss die Therapie in unseren Köpfen beginnen.

Welches Wachstum ist wirklich wichtig ? Wie sieht die Realität einer Welt aus, in der es wichtig ist, immer mehr, immer schneller, immer effektiver zu kaufen – und dann schnell genug wieder zu entsorgen, um neues kaufen zu können ? Woher kommt eigentlich die Pathologie, sich mit anderen vergleichen zu müssen ? Leider schafft dieses vergleichen viel zu oft Neid. Und neid macht krank. Das gilt nicht nur für unsere Gefühlswelt.

Geht es uns wirklich besser, wenn wir, mal wieder, konsumiert haben ? Wie lange hält der Kick an ? Und wann brauchen wir den nächsten Kick ? Sind wir alle schon so auf Speed, das der nächste Kick schon auf uns warten muss ?

Nein, Angst vor dem Klimawandel ist kontraproduktiv. Die Frage ist, wie wir die Ängste in produktives Handeln verwandeln können.

Vielleicht hilft uns die Systemische Therapie dabei, umzudenken. Eigentlich kommt die Systemische Therapie aus dem Bereich der Psychotherapie. Es geht, kurz gesagt, darum, das nicht ein Mensch alleine krank ist, sondern das System mit dem Namen Familie. Gerade die Normen des Zusammenlebens sind es, die Menschen in pathogene Verhaltensweisen drängt. Um diese Verhaltensweisen zu erkennen und „umzudrehen“, gibt es ein Verfahren namens „Familientherapie“.

Was hat Systemische Therapie, was hat Familienaufstellung, mit dem Klimawandel zu tun ?

Nun, wir könnten uns fragen, ob unsere Welt, unsere Lebenswirklichkeit, wirklich gesund sind. Was sind das für Dinge, die für mich wichtig sind ? Ist mein Leben durch Konsum, durch kurzfristiges Glück, durch den Kick auf das nächste Schnäppchen, bestimmt ? Und will ich das wirklich ? Oder lasse ich mich bestimmen ? Wenn ich mich bestimmen lasse, warum eigentlich ? Das hat nichts mit Kritik zu tun. Das ist der Systemischen Therapie absolut fremd. Es geht einfach darum, durch das Erkennen pathologischer Muster, die Chance (!) zu eröffnen, neue Werte im Leben zu finden, die uns (vielleicht) glücklicher machen.

Ist es nicht wichtiger, mit Freunden zusammen zu sein als in der irrealen Welt von Facebook unterwegs zu sein ?

Ist ein Spaziergang vor der Haustüre ein besserer Weg als sich in den Stress einer weiten Urlaubsreise, die auch noch sehr teuer ist, zu stürzen ? Lohnt es sich wirklich, das ganze Jahr für eine Urlaubsreise zu sparen ? Und wie ist das ? Sind wir, ein paar Tage nach der Urlaubsreise, genau so müde und gereizt wie vorher ?

Muss wirklich immer etwas passieren ? Oder können wir nicht mal ruhig auf einer Bank sitzen ?

Nein, Angst vor dem Klimawandel zu haben, reicht alleine nicht aus. Anstatt Angst, wäre es besser, unser Leben zu hinterzufragen. Klimawandel ist etwas, das uns als Menschen fordert. In unserer Ganzheitlichkeit, um dieses abgedroschene Wort zu verwenden. (Mir fällt leider kein besseres ein.)

Und doch kann unser kleiner Beitrag gegen den Klimawandel die Welt verändern. Mein kleiner Beitrag ist es, kein Auto zu besitzen. Mit dem ÖPNV komme ich sehr gut zurecht. Nach ziemlich kurzer Zeit wird Mensch ein ÖPNV Experte.

Ach, das Auto. Ich wollte gar nicht zum Kniefall der Bundesregierung vor der Automobilindustrie schreiben. Feinstaub, Fahrverbote in den Innenstädten, Verbot von Dieselfahrzeugen. Bei diesem Thema kommt mir echt die Galle hoch. Es ist nun wirklich unbestritten, das Diesel ein Auslöser für Krebserkrankungen ist. Weltweit sterben über 100.000 Menschen an den Folgen von Dieselabgasen. Alleine in Deutschland sterben jedes Jahr Tausende Menschen durch Dieselabgase. Und diese Annahme sind eher konserativ. Es täte uns (nicht nur der Bundesregierung) gut, einen Blick nach Frankreich und Norwegen zu wagen. Warum soll in Deutschland nicht funktionieren, was in anderen Ländern Europas funktioniert ? Kann es sein, das in anderen Ländern Europas die Autolobby weniger Lobbyisten unterhält ? Oder liegt es daran, das in anderen Ländern Europas ein Umdenken in Richtung Mobilitäts-Wende (!) schon längst stattgefunden hat ?

Da haben wir übrigens ein gutes Beispiel dafür, das jeder einzelne Mensch etwas ändern kann. Warum eigentlich ist die Nachfrage nach Mobilität jenseits des Individualverkehrs so gering ? Und warum werden noch Autos verkauft, die nachweislich Krebserregend sind ?

Ich weiss. Ganz viele Worte zum Klimawandel.

Wann fangen wir an, die Welt zu verändern ?

Alle ?

2 Überschriften

NTV berichtet, das der Grossmufti von Jerusalem festgenommen worden ist. In kleiner Schrift, wenn sie auch Rot ist, findet sich der Hinweis, das es vorher „eine tödliche Polizistenattacke“ gegeben hat.

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Ausgerechnet Arutz Sheva berichtet, das die beiden getöteten Soldaten Drusen waren. Diese Kleinigkeit ist nicht unwichtig, denn Drusen sind bekannterweise keine Juden. Da hätte die deutsche Presse, und mit ihr die Öffentlichkeit, doch wirklich einen Grund zu kollektiver Trauer, oder ?

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Wären die beiden getöteten Soldaten Juden, könnte schon mal der Sekt kaltgestellt werden. Nun ist nix mit Feiern. Immer diese Israelis. Für nix zu haben. Böse, Böse.

Das hier sind übrigens die beiden getöteten Soldaten.

Satawi, 30, lives in the northern Druze town of Maghar, served his mandatory service in the Border Police and became a career patrol officer in the Temple Mount Unit. He left behind his wife (Arin) and a three-week-old son, as well as his parents and three siblings.

Shanaan, 22, lives in the northern Druze town of Hurfeish, and has served as a career police officer since his enlistment seven months ago as a patrol officer on the Temple Mount and in the Old City’s police unit. He is the son of former Labor party member Shachiv Shanaan. He left behind one brother and three sisters.

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Aber wen interessiert das schon ? Die Hauptperson der Geschichte ist der Grossmufti von Jerusalem, der natürlich schnell wieder freigelassen werden muss. Sonst kommen die deutschen Freiheitskämpfer und befreien ihren Grossmufti, Jawohl ! Mit Grossmufti’s kennt man schliesslich aus.