Bilder … (?)

Es sind Bilder, die Menschen bewegen. Es sind Bilder, die in Erinnerung bleiben. So war das in der Griechenland Krise, als dieses Bild um die Welt ging.

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Und so ist das in der gegenwärtigen Flüchtlingskrise (?), die mit diesem Bild, auf immer und ewig (?), in Verbindung gebracht werden wird.

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Es ist ein Bild des Grauens. Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Bild posten soll. 

Aber es nützt nichts. Es ist zynisch, die gegenwärtige Tragödie nicht als das zu bezeichnen, was sie ist: Menschenverachtend. 

„Menschenverachtend“:  Ein hilfloses Wort angesichts der Wucht des Bildes.

Menschenverachtend gemacht durch Schlepper, denen das Handwerk gelegt werden muss, aber menschenverachtend gemacht auch durch unsere (!) Politik, die lieber über Quoten spricht, als Menschen in Not zu helfen. Menschenverachtend gemacht durch rechte Idioten, die meinen, durch Gewalt Stimmung (und Stimmen) machen zu können.

Entweder die Politik (und damit wir alle) werden eine humane Lösung für die gegenwärtige Tragödie finden. Oder die Ereignisse werden die Politik (und damit uns alle) überrollen.

Was wir gegenwärtig erleben, ist nur ein leises Vorspiel dessen, was kommen wird. Der Klimawandel wird Flüchtlingszahlen verursachen, gegenüber denen die Zahlen heutiger Tage, ein laues Lüftlein in einer Sommernacht sein werden.

(Übrigens steckt hinter jeder Zahl ein Schicksal.)

Die Sache mit den Klimaflüchtlingen ist nicht neu. Wer das Buch „Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“ aus dem Jahre 2008 (!) gelesen hat, anstatt am Stammtisch Unsinn zu reden, dem ist dieses Problem, dem sind diese menschlichen Schicksale, nicht neu und auch nicht egal.

Das Buch von Harald Welzer weisst übrigens auf eine Tatsache hin, die in der gegenwärtigen Diskussion kaum Erwähnung findet: Fluchtgründe entstehen nicht im lauen Lüftchen einer Oase. Fluchtgründe werden, übrigens völlig bewusst, in einer Welt produziert, die sich „Erste Welt“ nennt, obwohl deren Lebensweise das letzte ist. Fluchtgründe werden produziert, um dann gegen Flüchtlinge Stimmung zu machen. Das nenne ich politische (moralische, dummdreiste) Menschenverachtung. Das Wort „Zynismus“ bringt die Tatsachen nur sehr schwach zum Ausdruck.

Das Europa zu einer humanitären Lösung der gegenwärtigen Flüchtlingskrise, der viel zu oft Traumatisierung und Folter zu Grunde liegen, beitragen wird, ist extrem unwahrscheinlich.

Der einzige Lichtblick in der gegenwärtigen Dunkelheit ist die Zivilgesellschaft. Die Zivilgesellschaft, die Flüchtlinge willkommen heisst und ihnen wenigstens das Gefühl gibt, in Sicherheit zu sein. Nein, es ist kein „Aufstand der Anständigen“. Aber wenigstens ein Aufständchen.

Besser als nichts.