Fremde Feder: Philosophie der Gabe

Alternative Gesellschaftsmodelle

Philosophie der Gabe

Teilen statt besitzen, Vernetzung statt Abgrenzung, zivilgesellschaftliche Solidarität statt Abschottung, Fair Trade statt Risikokapitalismus: Angesichts der massiven und globalen Probleme unserer Gesellschaft liegen Stichworte wie diese in der Luft. Ziel ist es, über Lösungen und größere Alternativen für unsere Gesellschaft nachzudenken.

Von Stephanie Metzger

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Fremde Feder zum Poststreik

Dieser Brief bleibt erst mal liegen

Von den Piloten und Lokführern war ich nur genervt. Warum ich mich nun mit den streikenden Postboten solidarisiere.

EIN KOMMENTAR VON 

Liebe Paketboten,

ich habe in letzter Zeit häufig über Streiks geschrieben. Ob Erzieherinnen, Lokführer oder Piloten, ständig legt ja irgendwer einen Teil des öffentlichen Lebens lahm. Die Wut, die mich zuweilen packte, wenn wieder ein paar Tausend Unzufriedene Millionen Pendler, Urlauber oder Eltern in den Wahnsinn trieben, habe ich in meinen Artikeln nicht verhohlen. Den gut bezahlten Kapitänen der Lufthansa etwa warf ich vor, es ginge ihnen um die Kirsche auf der Torte, die Torte hätten sie schon. „Ihr nervt!“, rief ich den Lokführern der Bahn zu, ihrem Anführer Claus Weselsky unterstellte ich, einen „ganz persönlichen Krieg“ zu führen. Die Streiks der Piloten und Lokführer kamen mir maßlos und machtversessen vor. Manche Leser halten mich seither für eine militante Gegnerin von Gewerkschaften.

Nun legt also auch ihr die Arbeit nieder, liebe Briefträger und Paketboten. Seit Anfang der Woche streikt ihr unbefristet. Das hat es seit der Postreform von 1994 nicht mehr gegeben. In den Verteilzentren stapeln sich Millionen Briefe und Pakete bis unter die Decke. Behördenbescheide kommen verspätet an, Kündigungen für Fitnessstudios und Mobilfunkanbieter treffen nicht fristgerecht ein, Geburtstagspräsente bleiben liegen. Ihr weigert euch einfach, sie auszuliefern.

Und wisst ihr was? Ihr habt recht!

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Fremde Feder: „Was die Medien an Israel nicht verstehen wollen“

Im Nahost-Konflikt sind die Rollen klar verteilt: Hier die friedlichen Palästinenser, dort die bösen Israelis. Die Hamas hat es geschafft, Reporter zu manipulieren. Ein Weckruf.

Von Matti Friedman

Während des letzten Gaza-Kriegs wurde deutlich, dass einer der wichtigsten Aspekte des mediengesättigten Konflikts zwischen Juden und Arabern am wenigsten thematisiert wird: die Rolle der Medien selbst. Die westliche Presse ist weniger Beobachter als Teilnehmer des Konflikts. Das hat Konsequenzen für Millionen Menschen, die sich bemühen, die Ereignisse zu verstehen; auch für die Politiker, die sich auf journalistische Berichte verlassen, um eine Region zu verstehen, in die sie sich ständig, wenn auch ergebnislos, einmischen.

Die Medien haben eine grob vereinfachte Geschichte geschaffen – eine moderne Moritat, in der Israels Juden als Exempel moralischen Versagens hingestellt werden. Dieses Muster hat tiefe Wurzeln in der westlichen Kultur.

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Fremde Feder zur Flüchtlingsdebatte

Europa ist eine Festung – und muss das auch bleiben

Der Kontinent dürfe sich nicht vor den Flüchtlingen verschließen, heißt es. Aber illegale und unkontrollierte Zuwanderung ist kein Menschenrecht, sondern führt in den unerklärten Bürgerkrieg.

Von

Festung Europa – warum nur ist dieser Begriff so negativ besetzt? Aus welchem Grund erblicken wir da vor dem inneren Auge nichts als ertrinkende Flüchtlinge und unüberwindliche Zäune? Ebenso gut dürfen wir uns Europa als Festung des Wohlstands, des Rechts und des Friedens inmitten einer unsicheren und blutigen Welt vorstellen – noch. Denn kämen tatsächlich all die Millionen von Afrikanern und Arabern, die sich in Europa ein besseres Leben erhoffen als in ihren gescheiterten Staaten, dann wäre es auch bei uns schnell mit dem inneren Frieden vorbei.

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