Gerade ein Grüner ?

Manche Menschen fragen mich ob ich gerne leide. Wie sonst wäre es zu erklären, das ich in tiefstem Herzen ausgerechnet ein Grüner bin ?

Zwar ohne klassisches Parteibuch, aber ein Grüner im Geiste. Und ja, ich gebe es zu, ich bin auch einer von diesem Umwelt- und Klimaschützer-Pack. Irgendwie habe ich das Gefühl unsere Erde ist so einmalig, das es sich lohnt, für deren Erhalt einzutreten. Und  das Leben auf der Erde ist nicht zu erhalten, wenn wir weiter wüten wie bisher. Wobei sich die Frage stellt ob es der Erde ohne Homo Sapiens schlechter ginge. Die Erde braucht uns Menschen nicht. Umgekehrt ist das anders. Wir haben kein anderes Zuhause.

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Also bin ich ein Umweltschutz-Grüner. Aber das ist wohl auch die einzige Gemeinsamkeit mit dieser Farbe.

Nun, die meisten Grünen, die ich kennen lernen durfte, sind ziemlich liberal. Solange man das Kampfwort „Israel“ nicht fallen lässt. Dann hört die Toleranz spätestens an den Grenzen einer linkslastigen Überzeugung auf. Diese Krankheit konnte auch Joschka Fischer nicht in einen Heilungsprozess überführen.

Aber mit den anderen Parteien verbindet mich noch weniger. Und Nichtwähler möchte ich nicht werden. Also doch Grün zu 51 %. Das ist ( zu ?) viel Zustimmung für den Grenzgänger.

Grüne gelten ja gemeinhin als unbequem. Als Verächter letzter Wahrheiten. Nun, diese Zeiten sind wohl auch vorbei. Mit der Macht sind die Grünen zu einer ziemlich normalen Partei der Abnicker geworden.

„Keine Macht für niemanden“ ? Das ist lange vorbei.

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„Macht um jeden Preis“ ist nun das Motto. Realpolitik eben. Ohne Macht lässt sich nichts verändern. Aber ist, mit der Macht, der Wille zur Veränderung noch vorhanden ?

Nun, 51 %. Mehr ist von einem autonomen Grenzgänger nicht zu erwarten.

Claudia macht weiter !

Viele hatten heute mit dem Rücktritt der Grünen-Chefin Claudia Roth gerechnet. Sie tritt nicht zurück, sondern kandidiert an diesem Wochenende wieder als Vorsitzende von Bündnis 90/Grüne. Claudia Roth, deren Politik ich verachte, hat wenigstens ein grosses Mass an Durchhaltevermögen. Sie zieht nicht den Kopf ein, weil zwei andere Menschen die Grünen in den Bundestagswahlkampf 2013 führen. Es wird spannend werden, das Wahlergebnis von Claudia Roth am Wochenende zu sehen. Wie viele Mitleidsstimmen wird Claudia Roth von den eigenen Leuten erhalten ? Reicht das für eine überzeugende Amtsausübung ? Die mediale Aufmerksamkeit ist den Grünen, bei ihrem Parteitag am Wochenende, sicher.

Tschüss, Claudia !

Die grüne Urwahl für das Spitzenduo zur Bundestagswahl hat es in sich. Mit diesem Ergebnis hat wohl niemand gerechnet. Vorzeige-Muslima Claudia Roth in die Wüste geschickt. Renate Künast, nach dem Desaster bei der Wahl zum Regierenden Bürgermeister von Berlin weiter geschwächt. Jürgen Trittin liegt erwartungsgemäss vorne. Auf dem zweiten Platz liegt Katrin Göring-Eckhardt, die Bundestagsvizepräsidentin. Mit dieser Sensation hat wohl auch die Parteispitze nicht gerechnet. Nun ist die Frage, ob Claudia Roth zu Allah betet und beim Grünen-Parteitag, ihr Multi-Kulti-Pfeifchen rauchend, wieder als Parteivorsitzende antritt. Es wäre ihr zu wünschen, das sie es bleiben lässt. Die grüne Basis hat ein Bedürfnis nach neuen Gesichtern und neuen Inhalten. Die weitere Entwicklung verspricht, spannend zu werden. Sich zum Christentum zu bekennen, wie Katrin Göring-Eckhardt, wäre früher, in dieser Multi-Kulti-Spass-und-Spiesserpartei, das Ende jeglicher Hoffnungen auf ein gutes Wahlergebnis gewesen. Das hat sich nun sichtlich geändert. Gibt es doch noch Hoffnung für die Grünen ?

Grüne Urwahl

Nun muss also die grüne Basis über ein Kandidatenpaar entscheiden. Dieses Paar soll die Grünen in eine wichtige Wahl führen. Die Bundestagswahl. Im nächsten Jahr.

Interessant finde ich, das die Grünen, vor allem deren Spitzenpersonal, nicht den Mut haben zu ihrer Zerstrittenheit zu stehen. Es ist den Grünen Spitzengremien nicht möglich, sich zu einigen. Persönliche Ambitionen sind wichtiger als ein politischer Erfolg.

Die persönlichen Ambitionen werden als Basisdemokratie verkauft. Wie schön, das eine politische Partei die Basis, um ihrer selbst willen, verkauft. Und die Basis macht freudig und engagiert mit. Ein Manöver, das mehr als durchschaubar ist.

Ich wünsche den Grünen viel Kraft und Durchschaubarkeit in ihrem Wahlkampf. Die meisten Krankheiten gegen vorbei. Auch für den Wahn der Basisdemokratie gibt es Medikamente. Spätestens am Wahlabend.

Eine neue Volkspartei

Zeiten ändern sich. Mit den Zeiten ändern sich politische Landschaften. Früher war die politische Landschaft in Deutschland ziemlich strukturiert und übersichtlich: CDU und SPD waren die Volksparteien, dann gab es noch die FDP, als gelegentliches Zünglein an der Waage, später schliesslich die Grünen.

Den Grünen wurde, nicht zuletzt von Johannes Rau, ein kurzes Leben vorhergesagt. Am Anfang ihrer Geschichte haben sich die Grünen bemüht, diese Vorhersage zu erfüllen.

Heute sind die Grünen auf dem Weg zur Volkspartei. Sie haben, in den Umfragewerten die SPD überholt, und stellen den ersten Ministerpräsidenten. Nicht zuletzt seit der Katastrophe in Japan, verbunden mit dem faktischen Super Gau, haben die Grünen einen massiven Mitgliederzuwachs zu verzeichnen und Umfragewerte, von denen die grünen Aktivisten, früher nicht einmal geträumt haben.

Ich glaube nicht, das es sich bei der aktuellen Entwicklung, um eine Eintagsfliege handelt. Die Grünen haben, früher als andere Parteien, das Umweltthema für sich besetzt. Gerade das Umweltthema wird, in Zukunft, zentral in der politischen Debatte, sein.

Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch das es, in der Umweltfrage, um die Zukunft unserer Kinder geht. Wem die Zukunft der Kinder auf dem Herzen liegt, kann kaum so weitermachen wie bisher.

Die Grünen ziehen gerade gut gebildete und finanziell unabhängige Menschen an. Auch diesen Vorteil hat die neue Volkspartei gegenüber anderen Parteien.

Aller Voraussicht nach wird Renate Künast die nächste Bürgermeisterin in Berlin. Ich wünsche es ihr von Herzen.

Meine Kritikpunkte an der Arbeit der Grünen, an ihren Konzepten und Inhalten, bleiben bestehen.

Ich habe, noch immer, ein Problem mit dem grünen Pazifismus. Ich habe noch immer ein Problem mit der grünen Meinung zum Nahostkonflikt.

Aber die aktive Umweltpolitik der Grünen, gerade die geschichtliche Ablehnung der Atomkraft, lassen mich die Grünen wählen und Mitglied dieser Partei sein.

51 % Übereinstimmung mit einem Parteiprogramm sind ein schönes Ergebnis.

Wieder bei den Grünen

Der Grenzgänger kann es nicht lassen. Ohne politische Partei ist der Grenzgänger wohl nicht glücklich. Deshalb ist der Grenzgänger wieder Mitglied der Grünen geworden. In einem anderen Ortsverein der nicht so links ist wie der letzte. Schon alleine deshalb nicht weil er in dieser Stadt mitregiert und einige wichtige Positionen besetzt. Ich denke dass eine Beteiligung an Entscheidungen sich positiv auf das Wahrnehmungsempfinden, gerade von kleinen Parteien, auswirkt.

Die Grünen – das sind nicht viel mehr als 51% Zustimmung. Aber so viel Zustimmung bekommt keine andere Partei bei mir.

Die Grünen engagieren sich gerade in Fragen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes. Dieses Themenfeld ist mir besonders wichtig.

Die Grünen und Israel – ein schwieriges Thema. Aber ein diskutierbares Thema.

Die Grünen und der Pazifismus – seit Joschka Fischer scheint sich auch hier Realitätssinn in die Ideologie zu mischen.

Also ein weiterer Versuch.

Nicht mehr.

Nicht weniger.