Herzl-Tag

Heute ist der alljährliche Herzl-Tag. Ein Tag, an dem Israel Theodor Herzl gedenkt, dem Gründer des Staates Israel, der ein so schwieriges Leben hatte und so früh gestorben ist.

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In seiner Lebenszeit mit viel Spott und Niederlagen konfrontiert, könnte er heute zufrieden sein, wenn er auf den Staat Israel blickt. Besonders zufrieden könnte er mit dem Frühlingshügel, mit Tel Aviv sein. Tel Aviv ist der Untertitel seines Buches „Altneuland“, einer Lektüre, die noch heute berührt und verwundert. Verwundert angesichts der literarischen Dichte, aber auch angesichts der Weitsichtigkeit.

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Über die Spuren von „Theodor Herzl im kollektiven Gedächtnis Israels“ hat Andrea Livnat, die Tel Aviver Redaktion von haGalil, und auch eine gute Freundin, ein wunderbares Buch geschrieben.

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Thedor Herzl ist natürlich auch in das Liedgut des Staates Israel eingegangen. Drei Lieder finden sich auf der Website von haGalil.

Theodor Herzl liegt auf dem, nach ihm benannten, Herzlberg begraben. Auf der höchsten Spitze des Berges ist er umgeben von wichtigen Staatsmännern- und Frauen Israels, aber auch vin Soldaten, die im Krieg ermordet worden sind. Der Herzlberg ist wie ein aufgeschlagenes Geschichtsbuch, das leider viel zu wenige Touristen besuchen.

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Am Eingang des Herzl-Berges liegt auch das Herzl-Museum. Ein sehr sehenswertes, undramatisches Museum, das viele Geschichten über den Gründer des Staates Israel zu erzählen hat.

Gedenk-Tage – Gedenk-F^ete

Kürzlich war ne Party im KZ Ravensbrück…

Von Ramona Ambs

Die neuen Deutschen haben die alten Juden und andere Restüberlebende eingeladen. Und dann noch ein paar wichtige Leute. Befreiung feiern oder so ähnlich lautete das Motto. Und es war auch echt ne coole Sause. Zumindest für die eingeladene Politprominenz. Die haben nämlich mittags in diesem „Zelt der Demütigung“… äh, neee, Moment, das hieß anders… ich guck nochmal nach, ah ja: im „Zelt der Begegnung“, da haben die lecker Essen gekriegt. Mit Porzellangeschirr, Tischdecken und Bedienung! Sehr stilvoll – die Chabos von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wissen nämlich, wer der Babo ist: die Politiker nämlich. Deswegen wurden die auch voll fett verehrt und so.

Die Überlebenden haben aber auch was zu essen bekommen. Man will ja nicht so sein. War zwar nicht koscher, aber immerhin mit Fleisch. Schon mal besser als früher. Und mit ner hübschen Essensmarke, aber ohne Tischdecke und ohne Bedienung, aber dafür im Plastiknapf. Wegen Anknüpfung und so.

Das Anstehen an der Essensausgabe mit den Rollatoren war vermutlich als Partyhighlight gedacht: Survival of the Fittest! Schließlich muss man alte Menschen ja auch immer ein bisschen fordern. Und so ne Party ist ja auch ein Happening! Das verpflichtet zu originellen Ideen. Nu, und dass man das Fleisch mit den Plastikgabeln nicht aufspießen konnte – come on, das ist doch kein Ding, ey! So läuft das nun mal, wenn man bei ner Stiftung „im Mittelpunkt steht“ und mit „Würde und Respekt“ empfangen wird.

In zehn Jahren, wenn die nächste Jubiläumsparty ansteht, lassen sich die Veranstalter bestimmt wieder was Neues einfallen… Vielleicht ein Gemeinschaftsspiel: Reise nach Jerusalem oder sonst so ne Stuhlpolka. Wird bestimmt wieder ganz toll!

David Gall ist tot

Adieu, David …

Am Dienstagmorgen ist David Gall verstorben – ein persönlicher Nachruf auf den Gründer von HaGalil.com

Von Ramona Ambs

Er war schon lange sehr krank. Und es war klar, dass nur ein Wunder ihn würde retten können. Aber im »an Wunder glauben« bin ich sehr gut. David war es auch. Wir sprachen viel von dem Wunder und davon, was wir alles machen würden, wenn es denn endlich da wäre.

Dann verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, und es war offensichtlich, dass wir nicht nur ein Wunder, sondern ein großes Wunder brauchen würden. Aber das Wunder ist zu spät gekommen. Es hat sich verlaufen und den Weg nicht gefunden: Am Dienstagmorgen starb David Gall.

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Ein interessantes Projekt von haGalil

Mit Hitlers “Machtübernahme” setzte die Alija der deutschen Juden, der sogenannten Jeckes, nach Erez Israel ein. Darunter befanden sich auch hunderte von Ärzten. Im Unterschied zu den bereits in Palästina ansässigen Medizinern, überwiegend Allgemeinärzte, waren die meisten aus Deutschland eingewanderten Juden Fachärzte. Diese massive Immigration von Spezialisten brachte große Fortschritte und revolutionierte das Gesundheitswesen im Jischuw, der jüdischen Ansiedlung in Palästina.

(…)

Rechte Zellen und deutsche Heuchelei

Überall hört man empörte Worte über die Nazi-Zelle von Zwickau. Diese Worte sind absolut berechtigt. Aber solange den Worten keine Taten folgen, sind diese Worte Heuchelei.

Damit neonazistisches Denken auf fruchtbaren Boden fallen kann, braucht dieses Denken ein paar Voraussetzungen. Unwissen über den Nationalsozialismus und Unwissen über das Judentum sind zwei dieser Voraussetzungen.

Dass Online-Portal haGalil kämpft seit vielen Jahren gegen rechtes Gedankengut an und informiert über das Judentum in seiner gesamten Pluralität.

Als Dank für diese Arbeit bekommt haGalil keine öffentlichen Mittel. Wo, wenn nicht hier, könnten den Worten Taten folgen?

Sicherlich. Es gibt auch Menschen, die sich als israelsolidarisch bezeichnen, und die haGalil bekämpfen. Es sind auch einige, frühere, Dauerschreiber mit psychisch bedingten Quartalsausfällen dabei. Deren Ausfälle wären nicht weiter schlimm, wenn diese haGalil nicht schaden würden und wenn die Feinde haGalil’s diesen Dreck nicht gegen die Macher dieser Plattform gebrauchen würden.

Die Macher von haGalil, drei Personen, haben eigentlich schon genug mit islamistischen und neonazistischen Ausfällen zu tun. Wenn der Kampf gegen haGalil von Leuten geführt wird, die sich als israelsolidarisch definieren, ist das noch um einiges schlimmer.

Wenn der Betroffenheitsrhetorik über das blinde Auge auf der rechten Seite eine sinnvolle Therapie folgen soll, wären öffentliche Mittel für haGalil der erste Schritt. Dann besteht die Hoffnung, bald wieder auf beiden Augen sehen zu können.