(Auch) Haifa brennt

Nein, es ist nicht weit weg. Mit tiefer Trauer (ich mag das Wort „Betroffenheit nicht) verfolge ich die Ereignisse in Israel. Dank Internet ist Mensch näher an den Ereignissen (oder näher vor dem Bildschirm) als es vielleicht gesund ist. Und doch kann ich den Blick nicht abwenden, weil so unendlich viele Erinnerungen an den Bildern hängen. Nun also Haifa. An diese Stadt verbindet mich eine ganz besondere Erinnerung. Mit Lila war ich ganz oben im Turm der Universität. Da hat der grosse Schriftsteller A.B. Yehoshua eine Vorlesung gehalten. Die Bücher, auch und gerade dieses Literaten, verschlinge ich mit Buchstaben-Appetit. Und nun brennt Haifa. Die Universität musste evakuiert werden. Es sind gnadenlose Bilder. Und es ist nicht nur die Live-Berichterstattung vom israelischen Channel 1. Es sind auch Berichte, Videos, Bilder in den sozialen Netzwerken. Neben der Berichterstattung im TV verfolge ich auch Twitter, Facebook und You Tube. Ich weiss, das ist ungesund. Und doch kann ich meinen Blick nicht abwenden. Nicht aus Voyeurismus (Ich weiss, das Argument ist schwach), sondern weil Erinnerungen an den Orten hängen und – vor allem – liebe Freundinnen und Freunde dort leben. Ich glaube, das ist ein viel stärkeres Gefühl, als es alle Berichte schildern. Ich bete für meine Freundinnen und Freunde. Mehr kann ich nicht tun.

Haifa (Dokumentation)

Haifa kommt leider bei vielen Israel Reisen nicht vor. Jerusalem, der See Genezareth, vielleicht noch die Wüste, vielleicht noch das Tote Meer, auch Eilat steht manchmal auf dem Programm. Tel Aviv kommt gelegentlich im Reiseprogramm vor.

Haifa kommt nur selten vor. Vielleicht ein Blick von der Promenade. Dabei ist Haifa eine wunderschöne Stadt. Diese Dokumentation stellt Haifa in vielen Facetten vor.

Viel Spass 😉

Iranische Träume

Wie verkommen kann ein Regime sein ? Einerseits träumen westliche Gutmenschen vom „neuen Iran“. Das ist die Aussenperspektive. Nach innen jedoch hat sich nichts geändert. Der Hass auf Israel, festgehalten in Fernsehbeiträgen, ist offensichtlich. Raketen auf Tel Aviv. Raketen auf Haifa. Das erträumt sich die Führung in Teheran und, mit ihr, die grosse Masse des iranischen Volkes. Die Videoclips, aus dem iranischen TV Programm, sind offensichtlich. Die Bilder offenbaren die Verkommenheit des iranischen Regimes. Egal, welche Köpfe hervorschauen. Was hat sich geändert im Iran ? Nur westliche Gutmenschen haben den Vorteil, träumen zu dürfen. Im Nahen Osten sind Träume tödlich.

Dominosteine

Ich lese regelmässig die Letters from Rungholt. Das ist ein deutschsprachiges Weblog aus Israel. Mit der Autorin dieses Weblogs verbindet mich eine enge Freundschaft. Ich glaube, liebe Lila, das ich nicht zu viel verrate, wenn ich sage, dass unsere erste „Face-to-Face“ Begegnung am Anfang etwas explosiv war. Aber wie so oft in meinem Leben sind es gerade diese Freundschaften, welche besonders intensiv sind und diese Freundschaften sind es die Zeiten und auch Streit überdauern. Wenn ich so im Blog von Lila lese, kommen mir Bilder und Erinnerungen in den Sinn. Ich sehe uns noch auf dem Aussichtsturm der Universität von Haifa stehen und einen Blick über den Norden Israels, bis über die Grenzen hinweg, geniessen. Ich erinnere mich das „zufällig“ der israelische Schriftsteller Abraham B. Jehoschua einen Vortrag an der Universität hielt, als wir dort oben standen. Erinnerungen, Erinnerungen. Natürlich auch an die Familie von Lila. Niemand ist vergessen.

Regelmässig schreibt Lila über die Quassams. Diese Raketen fallen regelmässig über den israelischen Süden her. In der letzten Woche haben diese Raketen sogar Beer Sheva getroffen. Eine andere gute Freundin in Israel, Ruth, hat darüber geschrieben. Wer Freundinnen und Freunde im Land hat, für den sind solche Berichte keine leere Ansammlung von Buchstaben. Diese Berichte sind mit Leben, mit Erinnerungen, mit Bildern, gefüllt. Ich glaube, wer sich so tief in den „Virus Israel“ eingelassen hat wie der Grenzgänger, wird diesen Virus nicht mehr los. Aber der Grenzgänger will den Virus auch nicht mehr los werden. Viel zu eng ist der Platz des Landes und der Freunde in der Seele des Grenzgängers.

Leider kommt eine solche Sicht in Deutschland nicht unbedingt an. Da wird schon bestritten, dass es überhaupt möglich ist, sich „von aussen“ in Israel zu integrieren. Dass es überhaupt möglich ist, als Deutscher Freunde in Israel zu finden. Das erste, die Integration, kann ich schwer schwer beurteilen. Ich habe das noch nicht versucht. Ich kenne Freunde, die sich sehr gut in Israel einleben. Ich kenne Freunde, bei denen das nicht klappt. Das Leben in Israel ist sicherlich nicht einfach. Der Lebensrhythmus wird von der Krise, von der Bedrohtheit, bestimmt. Das Leben in Israel kann ziemlich unruhig sein. Aber, auf der anderen Seite, kenne ich auch Menschen, die in Israel sehr glücklich geworden sind. Trotz der Situation.

Was in Israel sicherlich ausbleibt, ist das, in Deutschland übliche, Unverständnis und die Missbilligung Israels. Es ist ein einseitiges Unverständnis und eine verlogene Missbilligung. Israel wird für alles und jedes verurteilt. Die Palästinenser hingegen haben Narrenfreiheit. Dieser Zustand ist, nicht zuletzt, ein Ergebnis der Umwälzungen von 1968. Joschka Fischer, immerhin dieser, hat den Fehler erkannt und für sich eine Kehrtwendung vollzogen. Aber er scheint mir ein Einzelfall zu sein. Die Gesellschaft ist in der Verlogenheit und dem Verlust der Werte stecken geblieben. 1968 hat die deutsche Gesellschaft mit dem Verlust von Werten und mit einem pathologischen Pazifismus gestraft.

Israel kann sich eine solche Entwicklung nicht leisten. Pazifismus würde für Israel das Todesurteil bedeuten. Jede Schwächung der israelischen Armee kann lebensgefährlich sein. Die Gegner werden nicht zu Verhandlungen bereit sein. Deren Ziel heisst: „Vernichtung !“. Eine Vernichtung des jüdischen Staates. Das Ende der Fluchtburg für jüdische Menschen.

In Deutschland kann man wohl damit leben. Juden sind nur genehm, wenn sie willige Opfer sind. Sobald Juden es wagen, um ihr Leben zu kämpfen, ihr Land zu verteidigen, sind sie Täter und zu verurteilen. Das ist die Integration des Judentums (nicht nur) in Deutschland.

Ich frage mich, was in Deutschland geschehen würde, wenn es einen täglichen Beschuss mit Quassams geben würde. Würde man einfach nur zusehen? Wäre Deutschland dann noch eine Demokratie? Jede/r soll diese Fragen für sich selbst beantworten. Und über die Konsequenzen nachdenken.

Die Dominosteine kippen. Stein für Stein.

Wunderschoene Bilder aus Haifa

auf der website von noa habe ich eine diashow entdeckt. beim hinsehen war klar das um haifa geht. die bilder aus haifa sind wirklich atemberaubend schoen. es lohnt sich ein bisschen zeit zu investieren und die bilder an sich vorbeiziehen zu lassen.

leider ist haifa nicht so sehr mit tourismus gesegnet. es ist wirklich schade. die stadt hat einiges zu bieten. die wunderschoenen bahai gaerten sind nur ein event. hier gibt es eine deutschprachige website ueber haifa. unter diesem link findet ihr die tourismus seite der stadt haifa.

ich erinnere mich noch gut an meinen letzten haifa besuch im november 2008. von tel aviv aus gibt es hevorragende zugverbindungen nach haifa. um die frage gleich zu beantworten: meine erfahrung ist das die menschen an den zugschaltern gut englisch sprechen. also nur keine hemmungen. natuerlich gibt es an allen israelischen bahnhoefen die ueblichen sicherheitskontrollen. aber das sollte euch nicht abschrecken. es geht nur um eure eigene sicherheit.

in haifa angekommen koennt ihr mit dem bus zur promenade fahren. die promenade selbst ist wunderschoen. die vielen baenke laden zu einer pause ein. man hat einen grandiosen blick auf die stadt. der hauptbahnhof von haifa ist nicht zu verfehlen. auch von oben nicht. der hauptbahnhof liegt neben dem grossen viereckigen kasten. dieser kasten beherbergt das getreidemuseum von haifa.

ansonsten kann ich nur dazu raten einfach durch die stadt zu laufen. sich treiben zu lassen. mit viel zeit um hier und dort zu schauen. fluechtig oder ausfuehrlich. auf diese weise habe ich meine lieblingsplaetze in israel entdeckt. viele dieser plaetze stehen nicht im tourismus guide. sie warten darauf entdeckt zu werden.

ein paar bilder habe ich in haifa auch gemacht.

Haifa

heute fuehrt mich der weg nach haifa. auf meinen bisherigen reisen ist haifa immer zu kurz gekommen. ich konnte nie etwas interessantes an der stadt entdecken.

haifa. ich denke an den libanon krieg 2006. ich denke an die geraeusche der sirenen, an die raketen, die in haifa niedergingen. heute ist von diesen ereignissen nichts mehr in der stadt zu sehen. in den seelen der bewohner sieht es anders aus.

nicht weit von der zentralen bahnstation in haifa entfernt liegt die yom ha atzmaut strasse. das ist eine der hauptstrassen der stadt. ich schlendere diese strasse entlang, betrachte die auslagen der geschaefte. schliesslich mache ich mich auf den weg zur promenade von der sich ein wunderschoener blick auf die stadt ergibt. hier sitze ich lange und schaue auf die stadt hinunter bevor ich den bus zurueck zur bahnstation nehme und schliesslich zurueck nach tel aviv fahre.