Fastenzeit konkret

Die Fastenzeit ist in Aktion. Auch der Grenzgänger wird, zum ersten Mal, ganz bewusst und mit festen Vorsätzen, fasten.

Fastenziel 1: Virtuelle „Entmüllung“: Überflüssige Newsletter abbestellen, Kontakteliste bearbeiten, Kalender entrümpeln, Passwörter auf den neuesten Stand bringen.

Fastenziel 2: Abendessen. Weniger üppig essen. Gerade Abends kann ich mich ziemlich schwer zurückhalten. Käse, Brot, Süssigkeiten. Das alles führt auch dazu, das meine Waage sich beschwert. Also einschränken.

Fastenziel 1 ist leicht zu erreichen. Fastenziel 2 ist eine Herausforderung.

Ich werde Euch berichten 🙂

Weihnachten in unruhigen Zeiten

Es ist ein Weihnachtsfest der anderen Art. Ein politisches Weihnachtsfest. Selbst die Weihnachtsgeschichte ist, in diesem Jahr, hochpolitisch.

Papst Franziskus spricht, nicht zum ersten Mal über den Konsumwahn (nicht nur) in der sogenannten ersten Welt. Der Papst fragt nach Werten, die wirklich tragen. Kitsch, als Geschenke getarnt, die bei der Herstellung und Entsorgung die Umwelt belasten, sind sicherlich keine bleibenden Werte.

Haben wir die ganz einfachen, aber authentischen, menschlichen (!) Werte schon vergessen ?

Ein Lächeln, ein Gespräch, etwas Zeit, eine Kerze, ein Gebet. Das ist viel wichtiger als jedes materielle Geschenk. Die Predigt von Papst Franziskus, dem ersten politischen Papst, gibt viel Stoff zum Nachdenken. Weihnachten nachdenklich, und mit Vernunft, zu feiern, ist sicherlich keine schlechte Sache.

Weihnachten ist, in diesem Jahr, ein Fest in der Flüchtlingskrise.

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.“

Wirklich ? Ist das mehr als Weihnachtslied ? Sentimental, realitätsfremd, einfach nur dahingesungen ?

Machen wir die Türe hoch, gar noch mehr: machen wir die die Tore weit für Flüchtlinge, die vor Krieg, Vertreibung, nicht zuletzt vor Waffen aus Deutschland, fliehen ?

Die Realität in diesem, unserem Lande, sieht ganz anders aus.

Da wären wir wieder Papst Franziskus.

Ist es nicht (auch) unsere Angst, von unserem Wohlstand etwas abgeben zu müssen ? Für Menschen, die leiden ? Menschen, die keine bequeme Krippe vorfinden ?  Ein paar Weihnachtsgeschenke weniger für die Leidenden dieser Welt ? Ein paar Dinge mehr, die der Mensch nicht braucht ?

Wenn das die Wahrheit sein sollte, ist Weihnachten mehr als verlogen. Dann sollte man sich dieses widerliche Krippenspiel sparen, weil es keine Hoffnung in die Welt bringt.

Was würden wir, hier und jetzt, tun, wenn Jesus, mit seiner kleinen Familie, vor unserer Tür stände ? Vermutlich würde Jesus, von nicht wenigen Landsleuten, weggeschickt, weggejagt. Dank unserem selbstgemachten Klimawandel ist es doch schön warm draussen. Und überhaupt sollen sich andere um diese unverschämten „Asylanten“ kümmern, die vor unserer Türe stehen. Wie wäre es mit der Polizei ? Oder mit Pegida ?

Wir wollen Ruhe und Frieden unter dem abgeholzten Baum.

Wir wollen Fressen und Saufen und Schlafen.

Gute Nacht !

Ein Kalender gegen den Konsumwahn

Die Adventszeit, ganz zu schweigen von der Weihnachtszeit, ist, viel zu oft, eine Zeit des wahnhaften Konsumierens. Das geht schon Monate vorher los. Die Paketdienste können sich vor Paketen kaum noch retten, die Paketboten machen Überstunden ohne Ende.

Ich selbst bin schon seit Jahren von dieser Krankheit geheilt. Bei uns gibt es keine grossen Weihnachtsgeschenke mehr. Schon seit langer Zeit. Wir können von uns sagen dem Konsumwahn in der „besonders heiligen Zeit“ zu trotzen.

Trotzdem habe ich, in diesem Jahr, zum ersten Mal den Kalender von „Andere Zeiten“ bestellt, gemeinsam mit den Fastenbriefen. (Ja, das ist auch Konsum.) Viele gute Freundinnen und Freunde haben mir gerade diesen Kalender ans Herz gelegt und so bin ich schon sehr gespannt darauf.

(Vermutlich handelt es sich nicht um einen interreligiösen Kalender. Aber das schmälert meine Neugierde nicht.)

Ich denke, das jeder Denkanstoss gegen den Konsumwahn richtig und wichtig ist. Gerade in Zeiten, die angeblich ein heiliges Fest ankündigen, aber doch durch christlichen Antijudaismus, weitgehend entwertet sind. Antijudaismus und krankhaftes Kaufverhalten sind kaum zu ertragen.

Gegen den christlichen Antijudaismus ist, in absehbarer Zeit, kein Kraut gewachsen. Gegen den Konsumwahn allerdings schon. Wir alle, Verbraucherinnen und Verbraucher, haben die Chance nicht an dieser Krankheit zu leiden. Wenn der „Andere Advent“ ein bisschen Medizin spendet, ist schon viel erreicht.