Margot’s kranker Pazifismus

Strategien des Pazifismus: Margot Käßmann und das Böse

Eine Kolumne von Jan Fleischhauer

Die Islamisten im Irak köpfen und steinigen – trotzdem empfiehlt Margot Käßmann den Deutschen einen bedingungslosen Pazifismus. So viel Unempfindlichkeit für moralische Dilemmata ist verblüffend. Sogar der Kirche ist das Verständnis für das Teuflische abhanden gekommen.

Wir können dem Bösen bei seinem Werk zusehen. Wir müssen uns nur die Mühe machen, im Netz nach den Bildern zu suchen, mit denen die Soldaten des „Islamischen Staats“ die Ernsthaftigkeit ihrer Überzeugung beglaubigen. Man sieht die abgeschlagenen Köpfe, mit denen sie die Plätze der Städte dekorieren, die sie auf ihrem Weg ins siebte Jahrhundert erobert haben. Man sieht die Frau, die ihre Steinigung erwartet, die Gefangenen, die um ihr Leben flehen, bevor sie auf Lastwagen verladen werden, um sie in der Wüste zu exekutieren, die Kreuzigung von Männern, die der Apostasie angeklagt wurden.

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Fremde Feder: „Wo bleibt die deutsche Friedensbewegung?“

Geht es gegen die USA oder Israel, sind Alt-68er und Linke schnell auf der Straße. Wenn Putin in der Ukraine interveniert, bleiben sie still, kritisiert CDU-Generalsekretär Peter Tauber.

Am Mittwoch beginnt die Fastenzeit. Für Christen steht am Ende der Fastenzeit das Osterfest, die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi. Für die politische Linke in Deutschland stehen am Ende der Fastenzeit die jährlichen Ostermärsche.

Obwohl die Hochzeit dieses Protestes gegen den Krieg lange vorüber ist, berichten die deutschen Medien jährlich brav über die Demonstrationen in vielen deutschen Städten mit ihren altvertrauten Ritualen des Schwingens blauer Fahnen mit Friedenstauben. Demonstrieren für den Frieden ist eine gute Sache – gerade dann, wenn der Frieden in Gefahr ist. Wer mag das bestreiten?

Derzeit schauen viele Menschen mit großer Sorge nach Osten. Nachdem auch mithilfe Europas und der Außenminister des Weimarer Dreiecks ein Bürgerkrieg in der Ukraine abgewendet schien und viele aufatmeten, droht dem Land an der Grenze zur Europäischen Union neues Ungemach.

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Fremde Feder

Pazifisten gehen fürs reine Gewissen über Leichen

Und wenn es auch Tausende von Opfern gibt – von Käßmann bis zur Nato reicht das Gerede von Dialog und runden Tischen.

Jüngster Höhepunkt: Misereor will „Waffen mit Worten bekämpfen“.

Von Henryk M. Broder

Und wenn es auch Tausende von Opfern gibt – von Käßmann bis zur Nato reicht das Gerede von Dialog und runden Tischen. Jüngster Höhepunkt: Misereor will „Waffen mit Worten bekämpfen“. Von Henryk M. Broder

Im Buch des Propheten Micha, das für die Juden zum Tanach, für die Christen zum Alten Testament gehört, findet sich unter anderen auch diese Prophezeiung:

„Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten und viele Heiden zurechtweisen in fernen Ländern. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden fortan nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“

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Zitat von Amos Oz

Ich wünschte, ich könnte Ihnen erzählen, dass sie in Theresienstadt von Friedensdemonstranten mit der Losung »Make love not war« befreit worden wären. Aber in Wirklichkeit waren es nicht pazifistische Idealisten, sondern Soldaten mit Helmen und Maschinengewehren. Diese Tatsache vergessen wir israelischen Friedensaktivisten niemals, auch wenn wir gegen die Haltung unseres Landes gegenüber den Palästinensern kämpfen, auch wenn wir für einen lebbaren friedlichen Kompromiss zwischen Israel und Palästina arbeiten.“

Amos Oz in der Dankesrede zur Verleihung des Goethepreises in der Frankfurter Paulskirche am 28. August 2005, in der er von der Befreiung der Mutter seines Schwiegersohnes und deren Schwester aus dem KZ Theresienstadt erzählte.

Al Hula, Screbenica

Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende. Al Hula. Mindestens 92 Tote. Darunter Dutzende Kinder. Ich frage mich, wo in Deutschland die Mahnwachen bleiben. Und wo die Demonstrationen bleiben. Wird da etwa mit zweierlei Mass gemessen? Immer, wenn Israel beschuldigt werden kann, ein „Verbrechen“ begangen zu haben, sind die Demonstranten, sind die Mahnwachen, sind die Gutmenschen in den Kommentarspalten da. Die Menschen in Syrien interessieren nicht. Vielleicht weil es keine israelischen Soldaten in diesem Konflikt gibt? Sind syrische Zivilisten weniger wert als palästinensische Zivilisten? Oder gibt es da etwa doch antisemitische Züge in der verlogenen Israel Kritik?

Ich denke das man, auch in Syrien, nicht auf die UNO setzen sollte. Das neueste Massaker spricht Bände. Wie schon in Screbenica ist die Weltorganisation machtlos. In Screbenica mussten Menschen im Massengrab sterben, weil sogenannte Pazifisten nicht bereit waren, diese Menschen zu schützen. In Al Hula wiederholt sich das Schicksal. Auch hier wurden Menschen auf dem wahnhaften Altar des Pazifismus geopfert. Wann wird dieser Wahnsinn ein Ende haben?