Terror auf dem Sinai

Ich erinnere mich an eine wunderschöne Reise. Wir kamen aus Eilat und überquerten die Grenze nach Ägypten. Katharinenkloster, Aufstieg zum Moseberg, Ausspannen im Badeort Nuweiba. Eine wunderschöne Fahrt durch die Wüste. Der Nil in seiner ganzen Pracht. Und dann, über den Grenzübergang Taba, nach Israel. Dieser Tag war noch durch die Wüste gekennzeichnet, abends dann die Ankunft in Yeruschalayim. Die Goldene Stadt. Es sind schöne Erinnerungen an eine Zeit vor der Machtübernahme der Islamisten in Ägypten.

Heute hat es am Grenzübergang Taba einen Terroranschlag auf südkoreanische Touristen gegeben. Mindestens 4 Tote, Dutzende Verletzte. Das Ergebnis des Islamismus. Diesmal waren Touristen das Ziel der Mörder. Es ist unbegreiflich. Was ist aus dem Nahen Osten geworden ? Sind das die Früchte des Arabischen Frühlings ? Oder ist der Frühling nicht eher ein eisiger Winter ?

Alarm auf den Golanhöhen

Auf den ersten Blick wirken die Golanhöhen idyllisch. Wenn man auf den Golanhöhen steht, ist der Blick auf die Umgebung absolut grossartig. Der See Genezareth in seiner Schönheit.

Aber ich denke auch daran, das Israel 1967 die Golanhöhen erobert und 1981 annektiert hat, nachdem es immer wieder syrische Angriffe auf israelische Fischer auf dem See Genezareth gegeben hat. Auch die tief liegenden israelischen Kibbuzim wurden regelmässig Opfer der syrischen Raketen und Gewehrsalven. Das kann ein demokratischer Staat, noch dazu der Einzige im Nahen Osten, nicht zulassen. Daher der Entschluss zur Annektion der Golanhöhen. Menachem Begin schafft Fakten. Lieber spät, als nie. 1981.

Seit der Annektion sind die Golanhöhen von einem fragilen Gleichgewicht geprägt. Es kam nicht mehr zu Angriffen, aber mit Frieden hatte die Situation auch nichts zu tun. Die Spannung ist geblieben. Zu Recht, wie wir seit heute wissen.

Drei syrische Panzer sind auf die Golanhöhen vorgedrungen. Ein ganz klarer Verstoss gegen internationales Recht und eine Lunte mitten im Konfliktgebiet Naher Osten. Der Grund für den syrischen Angriff auf Israel dürfte sein, das Machthaber Assad genau weiss, was ihm hilft. Ein Angriff auf den Erzfeind Israel bringt die Massen hinter den Massenmörder Assad.

Israel hat Beschwerde bei der UNO eingelegt. Natürlich wird, beim Ableger der Arabischen Liga, auch „United Nothing (UN) genannt, nichts passieren. Die Araber werden das schon zu verhindern wissen.

Nicht auszudenken, wenn Israel eine solche Aktion gestartet hätte. Nicht nur die UN wäre auf den Beinen. In Deutschland gäbe es Mahnwachen gegen die israelische „Aggression“. Wenn Syrien hingegen das Staatsgebiet Israels angreift, ist das kein Problem. Aber natürlich messen die Terrorversteher nicht mit zweierlei Mass. Natürlich nicht !

Schlagzeilen und Realität

So sehen die Schlagzeilen aus, wenn von Israel die Rede ist. Raketen, Anschläge, Präventionsschläge, Drohnen, Iran. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Eine Gegend für schöne, inhaltsfreie, Schlagzeilen ist Israel, ist der Nahe Osten, sicherlich nicht.

Und trotzdem gibt es ein Leben abseits der Schlagzeilen. Ein Leben orientiert an westlichen Werten, vermischt mit der Faszination (?) des Nahen Ostens.

Ich freue mich auf jede Reise nach Israel und ich hatte nie Angst vor diesen Reisen. Nein, ich habe auch keine Angst. Ich weiss um die Gefahr, eine Gefahr allerdings, die in Deutschland auch besteht. Aber ich weiss eben auch um die Faszination, die schnelle Lebensweise, die Abwesenheit von Müdigkeit. Und ich weiss um die Freunde, die Israel nicht verlassen werden. Freundschaften, die diesen Namen verdient haben.

Und ich weiss um G“ttes Land, das geheiligte Land, das doch ein säkulares Land ist. Baruch ha Schem.

Ich weiss um Tel Aviv und Jerusalem. Zwei Städte, zwei Lebensweisen, zwei Ideale. Religiöses Bemühen bis hin zum Fanatismus und das Leben in einer Seifenblase. Tel Aviv.

Das hier ist Alltagsleben in Israel.

Leider kommt dieses Alltagsleben in unserer Medienwelt, die auf schnelle Schlagzeilen setzt, nicht vor.

Verkaufen sich tatsächlich nur schlechte Nachrichten?

Ist das verehrte Publikum wirklich so dumm?

Schnelle Bahn in Israel

Wenn ich in Israel bin, suche ich Alternativen für Egged Busse. Egged Busse sind zwar komfortabel und meistens pünktlich. Aber leider steht man mit diesen Bussen ebenso im Verkehrsstau wie alle anderen. Und die Busbahnhöfe, gerade in der Provinz, können es mit den modernen Bahnhöfen einfach nicht aufnehmen.

Die israelische Bahn ist schnell und wird immer schneller. Jetzt ist es sogar möglich, in 55 Minuten von Tel Aviv nach Beer Sheva zu fahren. Von Norden nach Süden. Israel ist zwar klein. Aber 55 Minuten sind schon eine grandiose Leistung.

Dabei soll es nicht bleiben. Die israelische Bahngesellschaft hat angekündigt, weiter an dieser Route zu arbeiten und die Strecke bald in 45 Minuten zu bewältigen. Ich finde das einfach toll. Ein Argument mehr für die schnelle Bahn quer durch das Land.

Ein Migrationsproblem – Auch in Israel

Auch Israel hat sein Migrationsproblem. Ich wusste gar nicht, dass die rot-grünen Multi-Kulti Idioten bis in die israelische Gegenwart hinein agierten. Jedenfalls hat Israel ein Problem mit (zu vielen) Afrikanern und das Land scheint dem Problem hilflos zu begegnen.

Es ist abzusehen, was die deutsche Mainstream-Presse scheiben wird, wenn Israel endlich mit den Abschiebungen beginnt. Nennt mich ruhig einen Rassisten. Aber Israel hat das verdammte Recht, illegale Immigranten auszuweisen.

Aber sollte es den berufsmässigen Schlechtrednern des Staates Israel nicht aufstossen, das Flüchtlinge ausgerechnet illegal nach Israel einreisen? Israel ist doch ein so schlimmes und rassistisches Land, oder? Und trotzdem ziehen Zigtausende von Nichtjuden illegal nach Israel. Kann mir das Mal jemand erklären?

Die grössten Kritiker ?

Die grössten Kritiker der eigenen Regierung sind die Israelis selbst. Setzt euch, falls ihr Hebräisch versteht, einfach mal in ein Café in Tel Aviv oder Jerusalem und sperrt die Ohren auf. So hört sich, aus meiner Sicht, Diktatur nicht an. In den Café-Gesprächen, aber auch in den Konversationen im Bus oder beim Laden um die Ecke, geht es meistens um Politik. Und da wird schon mal heftig und kontrovers diskutiert. Manchmal wird es auch laut. Aber leider verstehen die meisten Touristen nicht, über was da gestritten wird. Wenn diese Touristen auch noch im Pauschal-Reisebus unterwegs sind, ist der einzige Israeli, zu dem Kontakt besteht, ohnehin der Reiseleiter. Aber das ist nicht das wirkliche Israel. Das ist die Pauschal-Bühne eines Landes, das impulsiv und manchmal auch explosiv ist. Um das wirkliche Israel zu spüren, und zu verstehen, sollte man wenigstens ein paar Freunde im Land haben und die Grundlagen des Hebräischen beherrschen. Sonst sollte man sich mit (Vor)Urteilen über das Land zurückhalten. Das ist meine Meinung.

Kleines Land mit grosser Stärke

Um Israel kennenzulernen, bietet es sich an ohne Reisegruppe durch das Land zu fahren. Ich sage nicht, dass ich Israel gut kenne. Das wäre wirklich überzogen. Allerdings denke ich, ein wenig an der Weisheit dieses Land genippt zu haben.

Wer alleine in Israel unterwegs ist, bekommt intensive Eindrücke und Bilder des Landes zu sehen, die sonst viel zu kurz kommen.

Wer alleine durch Landschaften und Städte wandert, im eigenen Tempo, mit dem Rucksack auf dem Rücken, wird etwas von der Intensität des Landes spüren können.

Nein, ich denke es ist sehr einfach, in Israel alleine zu reisen. Ich bin jedenfalls immer dort angekommen, wo ich wollte. Es ist sinnvoll sich ein Handy mit israelischer Telefonkarte zu besorgen und die Nummer an Freunde und Bekannte weiterzugeben. Wenn ich wirklich einmal ratlos war, hat der Griff zum Mobiltelefon immer geholfen.

Angst? Nein, Angst hatte und habe ich in Israel nie. Es ist eben diese unbeschreibliche Kraft, diese Intensität, die vom Land ausgeht. Ich spüre (und nicht nur ich spüre), das man vom Land regelrecht aufgesaugt wird. Im positiven Sinne. Man bekommt das Gefühl vermittelt ein Teil des Landes zu sein.

Israel ist ein kleines Land. Ein Land, in dem sich die Menschen kennen. Es ist mir schon oft passiert, das Menschen bei einem Namen ausgerufen haben: „Die (oder den) kenne ich auch!“ Ich bin immer wieder verdutzt darüber das in diesem kleinen Land alle irgendwie miteinander verwandt zu sein scheinen.

Manchmal, auch das stimmt, fühle ich mich von der intensiven Hitze und dem intensiven Tempo in Israel sehr angestrengt. Aber gerade die Hitze, das Tempo, der Lärm, die ungeheure Schnelligkeit, dieser Mix macht das Leben in Israel aus. Gerade aus diesem Mix lebt das Land. Man muss es erlebt haben. Zum Beispiel in einer Nacht in Tel Aviv.

Auf der anderen Seite gibt es die ruhigen Stunden des Sonnenuntergangs und die sehr frühen Stunden des Sonnenaufgangs. Die Nacht über aufzubleiben lohnt sich schon wegen der Sonnenaufgänge. Da kehrt die Stadt in ihren Rhythmus zurück. Die Ruhe schwindet. Der nächste Morgen kommt bestimmt.

Ich spüre, dass es mir unheimlich schwer fällt, das Lebensgefühl in Israel zu schildern. Wie kann man Gefühle schildern? Man muss es selbst erlebt haben.

Habt keine Angst. Lasst Euch von den Nachrichten nicht abschrecken.

Der Lohn wird gross sein. Ich bin mir sicher das Eure Erfahrungen mit Israel, und in Israel, überwältigend sein werden.