(Inner)Israelische Demokratie

In der israelischen Tageszeitung Haaretz ist zu lesen, das mehr als 400 israelische Bürger, darunter auch zwei Rechtsprofessoren der Universität Tel Aviv, einen Aufruf unterzeichnet haben. Der Aufruf fordert dazu auf, Befehle zur Bombardierung des Iran zu verweigern.

Diese Form der inner-israelischen Demokratie ist nicht neu. Schon im Jahre 2007 haben 27 israelische Piloten öffentlich erklärt, keinen Dienst mehr in den „besetzten Gebieten“ abzuleisten.

Dieses Mass an Freiheit würde ich mir in den arabischen Ländern auch wünschen. Oder wenigstens einen Teil davon.

Aber die Erfahrungen arabischer Demokratiebewegungen mit dem Westen sind nicht gut. Zuletzt wurde die iranische Demokratiebewegung kläglich im Stich gelassen. Erwartet man wirklich Veränderungen in den arabischen Staaten? Wer soll diese Veränderungen herbeiführen? Und wer sollen die Verbündeten sein?

Anstatt Israel zu beschuldigen, einen Krieg vorzubereiten, wäre es besser gewesen, die berufsmässigen Verurteiler Israels hätten sich, zu gegebener Zeit, für die Demokratiebewegung im Iran eingesetzt.

Das wäre ein positiver, ja produktiver, Einsatz gewesen.

Der Aufruf an Israel, sich selbst zu zerstören, indem man den Iran weiter fröhlich Atombomben bauen lässt, ist schlicht dumm und wirklichkeitsfern.

Starbucks Tradition

Gleich treffe ich mich mit einer guten Freundin zum Kaffee trinken. Starbucks ist unser Treffpunkt. Es ist schon eine kleine Tradition. Angesichts der arabischen (anti-zionistischen – anti-israelischen – anti-semitischen) Boykottaufrufe gegen Starbucks ist es um so wichtiger, die Tradition wieder aufleben zu lassen. Das ist politischer Konsum in Reinkultur. Politischer Konsum kann auch gut schmecken und Spass machen.

Ein Grund mehr für Starbucks

Beirut. In fünf arabischen Staaten findet derzeit eine erneute u. diesmal engmaschig-koordinierte Kampagne zum Boykott amerikanischer Waren statt. Ihr hauptsächliches Ziel sind die Starbucks-Kaffeeläden, aber auch Nestlé, Coca-Cola, Johnson & Johnson sowie Burger King stehen auf der Liste. Heute ist z.B. für Beirut eine Aktion angesagt, bei der Aktivisten vor allen vier Starbucks-Läden der Stadt Flugblätter verteilen wollen; im Flugblatt wird die pro-israelische Haltung des Starbucks-Chefs Howard Shultz detailiert dargelegt, u. es wird behauptet, Shultz sei “ein aktiver Zionist“.

Die Empörung der arabischen Staaten, zusammen mit Starbucks Engagement in Israel, ist für mich die beste Werbung für Starbucks. Ich werde jetzt bestimmt noch öfter bei Starbucks auftauchen.

Starbucks

Der Grenzgänger ist ein Fan von Starbucks. Da gibt es wahnsinnig viele, ganz leckere, Arten von Kaffee. Bis ich mich durch die Liste getrunken habe …

Es halten sich Gerüchte, das Starbucks jetzt den Coffee-to-go für die ganz eiligen anbietet. Auch Starbucks muss schliesslich mit der Zeit gehen 🙂