Vereinfachte Wiederholung

Pigua gestern in Tel Aviv. Der amerikanische Vizepräsident Joe Bidden war in der Nähe. Ironischer weise um das Peres Center for Peace zu besuchen. Shimon Peres war ebenfalls am Ort des Geschehens. Das Attentat fand in der Nähe des Dolphinriums statt. Hier sprengte sich am 01. Juni 2001 ein Selbstmordattentäter in die Luft und tötete 21 junge Menschen. Die Jugendlichen hatten auf Einlass in die Disco gewartet. Heute liegt das Dolphinarium verlassen da. Wie eine offene Wunde. An jenem 01. Juni 2001 war Joschka Fischer im Hilton zu Gast. Das Hilton liegt sehr nahe am Ort des Massakers. Joschka Fischer hat die Explosion gehört. Er war in Israel, um seinen Friedensplan voranzubringen. Am 02. Juni 2001 legte Joschka Fischer einen Kranz am Ort des Geschehens nieder. Der Friedensplan hat sich in heisse Luft aufgelöst.

 

Das andere Israel

Wenn wir von Israel hören, denken wir zuerst an Terror, Bomben, Nahost Konflikt und religiösen Fanatismus. Aber es gibt auch ein anderes Israel.

Das andere Israel heisst Tel Aviv. Bei meinen Besuchen hatte ich immer wieder das Gefühl in  einer Bubble gelandet zu sein. Meer, pure Lebenslust und auch Toleranz. Tel Aviv gilt nicht umsonst als „Paradies“ für Lesben und Schwule. Die Gay Pride Parade ist wohl nur in Tel Aviv denkbar. Ich finde diese andere Art der Parade sehr sympathisch. Gerade in einer Weltregion, die „Anderssein als die Mehrheit“ viel zu oft bestraft. Das gilt schon für religiöse Kreise in Jerusalem. Überhaupt ist Tel Aviv in Jerusalem nicht denkbar.

Den Massentouristen, die Tel Aviv höchstens beim Anflug auf den Ben Gurion Airport sehen, wäre ein Besuch in der Bubble dringend zu empfehlen. Sozusagen als Kontrastprogramm zu Jerusalem.

Andrea Livnat hat ein wunderbares Buch über Tel Aviv geschrieben. Mit diesem Buch in der Hand entdeckt man unendlich viele neue Orte. Auch wenn man geübter Tel Aviv Tourist ist.

Im Archiv des Deutschlandfunkes habe ich diesen Bericht gefunden:

Ein popkultureller Streifzug durch die Metropole Tel Aviv.

Wirklich toll geschrieben. Was der Mensch beim Surfen im Internet alles entdecken kann.

Viel Spass beim Lesen 🙂

Trauer oder Pflicht ?

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Israel trauert um Yitzhak Rabin. Auch 20 Jahre nach dessen Ermordung sind die Wunden nicht verheilt. Ganz im Gegenteil. Das Land trauert eine ganze Woche lang. Heute Abend findet der Höhepunkt der Trauerwoche (nicht zu verwechseln mit der Shiwa) statt. Die jährliche Kundgebung auf dem Tel Aviver Rabin Platz. Auf diesem Platz, der bis November 1995 den Namen „Platz der Könige Israels“ hat, versammelt sich die gesamte Staatsführung und auch Tausende Menschen, vorwiegend aus der linken Fraktion, werden anwesend sein. So wie in jedem Jahr.

Ehrlich gesagt frage ich mich schon, ob diese Trauerkundgebung nicht zur reinen Pflichtveranstaltung wird. Ist das Gedenken ein Gedenken um des Gedenkens willen ? Oder ein Event, in dem Gemeinsamkeit erprobt wird, und das bitteschön sinn frei ? Vielleicht ist das alles auch ungerecht.

Gerade in diesen Tagen des allgegenwärtigen Terrors könnte Israel einen Yitzhak Rabin mehr denn je gebrauchen. Rabin hatte die nötige Weitsicht, die nötigen Visionen für den Nahen Osten. Und doch, auch das sollte festgehalten werden, war Rabin kein verwandelter Engel. Er war ein Politiker, der Weitsicht bewiesen hat. Das ist viel in diesen Tagen. Den Heiligenkult um seine Person hätte Rabin vermutlich ziemlich abwegig gefunden. Er war ein aussergewöhnlicher Mensch mit Stärken und Schwächen. Das ist, wie gesagt, viel in unseren Tagen.

Und das Erbe von Yitzhak Rabin ? 20 Jahre später ? Was würde Rabin denken angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten, in Israel ? Entwicklungen, die nicht nur gut sind. Die Gewalt in der israelischen Gesellschaft, die Arroganz, geboren aus Hilflosigkeit und Perspektivlosigkeit, auch der Alltagsrassismus und ein gewisser Autismus der umgebenden Staaten ? Ich betrachte mich wirklich als Freund des israelischen Staates. Aber das darf nicht dazu führen, mit Blindheit geschlagen zu werden. Die eifrigsten Kritiker der israelischen Gesellschaft sind übrigens die Israelis selbst. Ich finde schade, dass diese Tatsache von selbsternannten Israel-Freunden nicht gesehen wird.

Und doch (oder gerade deswegen) ist Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten. Eine Insel der Vernunft in einer Region, in der Verhaltensweisen anzutreffen sind, die eigentlich schon überwunden sein sollten. Ein Blick in die israelischen Nachrichten, das Lesen von Onlinezeitungen, macht wenig Hoffnung.

Das ist neu für Israel. Das Land wird auch die gegenwärtige Zeit überleben. Aber was wird sich ändern ? Wie wird Israel in 20 Jahren aussehen ?

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Strand in Tel Aviv gesperrt

Dass Umweltverschmutzung ein Problem, nicht nur der israelischen Städte ist, hat keinen Neuigkeitswert. Dass die Umweltverschmutzung so massiv ist, das ein Teil des Strandes geschlossen werden muss, ist allerdings ungewöhnlich. Heute warnt das Umweltministerium vor massiven Umweltverschmutzungen am Charles Clore Beach und verbietet Schwimmen und Baden an diesem Strand. Die Warnung gilt bis auf Weiteres.

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111 Orte in Tel Aviv

Es gibt Bücher, die versetzen den Grenzgänger in Reisestimmung. Andrea Livnat hat ein solches Buch geschrieben. Es trägt den Titel „111 Orte in Tel Aviv die man gesehen haben muss.“ Der Grenzgänger, der in aller Bescheidenheit von sich sagen darf, ein bisschen (!) von Tel Aviv gesehen zu haben, entdeckt in diesem Buch viel Neues, aber auch alt bekanntes. Andrea Livnat beschreibt jeden Ort mit einem Text, der lehrreich ist und aus dem, in jeder Zeile, die grosse Liebe zu Tel Aviv, wo Andrea lebt, zu spüren ist. Dazu gibt es noch tolle Bilder der Fotografin Angelika Baumgartner. Dieses Buch zeichnet sich auch dadurch aus, Tel Aviv etwas bekannter zu machen. Tel Aviv ist (noch) nicht das beliebte Reiseziel der Israel Touristen. Jerusalem liegt da (noch) weit vorne. Umso wichtiger ist es, schöne Werbung, mit viel Inhalt für Tel Aviv zu machen. Wenn ich heute zwischen Jerusalem und Tel Aviv wählen sollte, würde meine Wahl eindeutig auf Tel Aviv fallen. Die 111 Orte in Tel Aviv die man gesehen haben muss“ unterstützen meine Wahl in Text und Bild. Mit diesem Buch in der Hand kann man Tel Aviv, auf ganz eigene Art und in ganz eigenem Tempo, kennen- und lieben lernen. Was darf man von einem Buch mehr erwarten ?

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Strassenbahn in Tel Aviv

Mit ein bisschen Verspätung bekommt Tel Aviv eine Strassenbahn. Die Strassenbahn, die in Teilen der Stadt auch unterirdisch fährt, ist in ein Verkehrskonzept eingebunden, das auch Busse umfasst. Der Baubeginn hat sich ein paar Jahre verzögert. Aber das ist nicht wirklich ungewöhnlich bei solchen Grossprojekten. Einen Überblick über die verschiedenen Linien, jede einzelne mit einer anderen Farbe gekennzeichnet, findet ihr in diesem Wikipedia Eintrag.

Hier findet ihr den Streckenplan, wenn das Projekt fertiggestellt ist.

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Der ÖPNV in Tel Aviv ist ansonsten sehr gut ausgebaut. Das gilt besonders für den Bahnverkehr. Tel Aviv verfügt über vier Bahnhöfe (Tel Aviv University, Savidor Merkaz, Hashalom, Hahagana) und ist der Hauptstadt Jerusalem weit voraus.Die Jerusalemer Bahnhöfe liegen leider nicht in der Innenstadt, sondern sind weit abseits der Innenstadt.

Bahnfahren in Israel ist übrigens denkbar einfach. Alle Fahrkartenautomaten „sprechen“ aus Englisch und wenn es Probleme gibt: Einfach fragen. Es findet sich bestimmt (mindestens) ein hilfreicher Mensch 🙂 Die Züge sind modern und sauber.

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