Schreibblockade

Das ist aber eine Menge Zeit seit dem letzten Post. Ehrlich gesagt, weiss ich nicht so recht, was ich schreiben soll. Ich sitze vor der Tastatur und kann mich nicht dazu motivieren, einen sinnvollen Text zu schreiben. Ich glaube, so etwas nennt sich Schreibblockade. Nun, es wird wieder besser werden. Und, ja, es geht mir gut 🙂

Ersetzen soziale Netzwerke die E-Mail ?

Seitdem ich einen Facebook und Twitter Account habe, schreibe ich viel weniger E-Mails als früher. Durch die Funktion „Nachrichten senden“ ist mal schnell ein Anliegen auf den Weg geschickt und es gibt eine schnellere Antwort als per E-Mail. Ob die sozialen Netzwerke die E-Mail ersetzen ? Also ich glaube nicht, dass es soweit kommt. Aber die Zahl der E-Mails wird wohl geringer. Was auch kein Unglück darstellt.

Süchtige Onliner

Immer öfter werde ich von besorgten bis verzweifelten Eltern angesprochen. Ein wirklich neuer Trend, der aber nicht wirklich neu ist, scheint die Internet Abhängigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu sein. Das wird, gerade am Wochenende, fast pausenlos am PC abgehangen. Bestenfalls kommen die Kindchen noch zum Essen/Trinken, oder um körperliche Bedürfnisse zu erfüllen, aus dem virtuellen Funkloch hervor.

Es geht da, immer mehr, auch um Computerspiele. World of Warcraft ist das wohl bekannteste dieser Art. Da scheinen Kinder und Jugendliche wirklich drauf ab zu fahren. Für Leute, die dieser Sucht nicht verfallen sind, ist das kaum zu erklären. Da ist mehr als eine digitale Kluft. Da sind verschiedene Weltbilder am Werke. Ich glaube jedenfalls nicht an Legionen. Und virtuelle Kriege zu führen, finde ich schlicht widerlich.

Mensch, ich habe, im Alter der Kinder, auch Mist gebaut. Eine Menge sogar. Ich bin von Bäumen gefallen, habe, auf dem Küchenschrank, Massen von Kaffeebohnen gekaut, auch manche Schreibe ist, mittels Fussball, zu Bruch gegangen.

Noch früher in meiner Kindheit haben meine Eltern mit mir lange Spaziergänge gemacht. Im Urlaub ging es fast immer in die Berge. Diese Liebe ist mir bis heute erhalten geblieben.

Wir hatten Zuhause keinen Fernseher. Computer gab es damals noch nicht. Und irgendwie habe ich das alles nicht vermisst. Einen Fernseher habe ich mir nie angeschafft. Gut, im Internet bin ich manchmal länger als eigentlich geplant.

Meine Liebe zu Büchern ist geblieben. Ich bin ein Buchstaben Vielfrass. Da habe ich (auch) meiner Mutter zu verdanken. Die abendliche Vorlese Stunde war immer ein Highlight des Tages. Heute bin ich der Vorlese Onkel. Im Hospiz und anderswo.

Doch zurück zum Thema Onlinesucht. Hat das wirklich etwas mit veränderten Strukturen in der Familie zu tun ? Damit, das Eltern weniger/viel weniger Zuhause sind als früher ? Damit, das Eltern heute gestresster sind als früher ? Damit, das Kinder weniger erwünscht sind ? Ich weiss nicht, ob solche kurz gedachten Erklärungen wirklich ziehen. Ist da Gruppendruck, in der Schule, gar im Kindergarten, im Spiel ?

Ich bin etwas ratlos in dieser Frage. Und ich etwas ratlos bei dem Versuch, Eltern Erklärungen „zu liefern“.

Beratungsstellen gibt es inzwischen einige. Aber bis Eltern diese Institutionen aufsuchen, ist schon viel passiert. Zu viel. Die Scham über das angeblich gescheiterte Familienmodell ist wohl zu gross. Sucht, auch Internetsucht, wird als Versagen von Erziehung gewertet. Da mag auch etwas dran sein. Aber Eltern pauschal Vorwürfe zu machen, bringt gar nichts. Pauschalisieren ist  (fast) immer falsch. Auch in dieser Frage.

Die Grenzen der virtuellen Welt

Das Internet ist eine wunderbare Erfindung. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten. Aber eines (von vielen Dingen) kann das Internet nicht. Da stösst es an seine Grenzen.

Menschen in Not helfen. Eine Hand halten. Trösten. Sterbenden und Kranken beistehen. Lebenssinn geben. Beichte. Trauer, durch ein offenes Gespräch lindern.

Worte, gerade aus virtueller Ferne, können nicht Nähe spenden. Spätestens am Ende einer schweren Erkrankung, wenn es „ans Sterben geht“ ist es wichtig, einfach nur da zu sein. Auch das kann Internet nicht leisten.

Was sind Hunderte von Facebook Freunden, hunderte Beiträge auf Mailinglisten, „wert“, wenn sich ein Mensch in wirklicher Not befindet ?

Daran muss ich denken, wenn ich, oft in eigener Verzweiflung, Seelsorge spende. Ja, das geht. Sich einfühlen klappt am besten durch gemeinsames Erleben. „Dem anderen ein Du werden“ (Johannes Rau) funktioniert nicht, wenn sich ein Seelsorger (oder wer auch immer) nicht einfühlen kann. Dann sagen zu dürfen: „Ich kenne das“ lässt manche (gedanklichen, sprachlichen) Grenze fallen.

Gerade an diesem Punkt stösst das Internet an seine Grenzen. Internet kann keine Nähe in Not vermitteln. Da braucht es das persönliche Gespräch, das „einfach nur da sein“.

Aufgeräumt

Mein Weblog verändert sich etwas. Die Linksammlung ist viel kleiner geworden. Da sind jetzt nur noch Weblogs drin, die ich tatsächlich jeden Tag besuche. Und auch die RSS Feeds werden wohl etwas schrumpfen. Mir ist der Weblog einfach zu voll, zu unübersichtlich, zu viel gewesen. Dann ist Zeit zum Aufräumen. Ich hoffe, der aufgeräumte Weblog gefällt Euch (trotzdem).

„Amen“

Irgendwie kennen wir dieses Wort aus den religiösen Zusammenhang. Nun ist das „Amen“ auch im virtuellen Raum angekommen. Als Meinungsplattform. Der Grenzgänger ist zwar ein religiöser Mensch. Aber aufregen kann sich der Grenzgänger über das virtuelle „Amen“ nicht.

Der virtuelle Raum ist zwar kein religiöser Ort zum „Anfühlen“. Auch fehlt die Komponente der erlebten Gemeinschaft.

Ein „Amen“ im virtuellen Raum ersetzt eben kein „Amen“ im wirklichen Leben.

Amen 🙂

Virtuelles China

Kritiklose Menschen sind, ganz bestimmt, langweilige Menschen. Denn wer keine Kritik übt, hat nichts zu sagen. In Deutschland kann man, halbwegs ohne aktive Verfolgung, sagen, was einem auf den Pelz brennt. Im  Zweifel kann es der Klimawandel sein.

In China haben denkende Menschen leider schlechte Karten. Da bezahlt ein junger Namen mit dem schönen Namen Qiao Mu seine eigene Meinung mit Regression, mit Nachteilen im Beruf bezahlt. Noch sitzt  Qiao Mu nicht im Gefängnis.

Fälle wie der von Qiao Mu sind leider keine Einzelfälle. Im internationalen Handel wird solches Vorgehen nicht bestraft. Deutschland liefert nicht nur Waffen an Militärdiktaturen. Es macht auch gute Geschäfte mit Regimen, die das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung mit Füssen treten.

Ich finde das folgende Statement von Qiao Mu muss nicht kommentiert werden. Jeglicher Kommentare ist auch anmassend. (Das ist die ganz subjektive Meinung des Grenzgängers.

„Es gibt zwei Arten von Druck und Angst. Die eine kommt von der Überwachung des Internets in China: Es wird zensiert, Einträge werden gelöscht, Benutzerkonten gezielt verfolgt – oder entfernt. Aber man kann dem entkommen, mit neuen Benutzernamen und neuen Einträgen. Worüber ich mir am meisten Sorgen mache, ist der zunehmende Druck der chinesischen Führung auf die Internetnutzer. Menschen werden einfach verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, die Unwahrheit zu schreiben oder Gerüchte zu verbreiten, Unruhe zu stiften, die innere Stabilität zu gefährden. Dieser politische Druck ist das Schlimmste.