Eine Stimme zur Wahl in NRW

Dieses kleine Zettelchen ist mir heute vor die Linse gekommen. Ich bin viel zu Fuss und nur mit dem ÖPNV unterwegs, weil ich Autos aus Prinzip boykottiere. Diese Steh-Zeuge sind nicht nur laut und dreckig, sie versiegeln auch Fläche, die ganz anders genutzt werden könnte. Diese Steh-Zeuge sind schlicht überflüssig, wenn der Mensch in einem Ballungsgebiet lebt. Auf dem platten Land sieht das leider (noch) völlig anders aus.

Was ich, gerade beim Laufen, immer wieder toll finde, ist, das einem, meistens ganz zufällig, Kleinigkeiten auffallen, die Mensch sonst übersehen hätte.

Dieses Zettelchen ist so eine Kleinigkeit.

Muss ich noch betonen, das mir dieses Zettelchen aus der Seele spricht ?

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Erklärvideo – Kein Scherz !

Was man so alles im grossen Netz findet. Ein erklärendes Video zu den morgigen Kommunalwahlen in Hessen. Irgendwie finde ich das nur noch traurig. Haben wir uns schon so weit von der Bürgerpflicht, die eigentlich ein Bürgerrecht ist, also haben wir uns schon so weit vom Wählen entfernt ? Steht demnächst in jeder Wahlurne ein Bildschirm mit Erklärvideo ? Es ist ein tragischer Beweis für unsere (Noch) Demokratie, dass diese Beschreibung keine Fiktion, sondern Tatsache ist. Wundert es, bei diesem Demokratieverständnis, eigentlich noch, das rechte Rattenfänger Erfolge erzielen ?

Schliessbefehl für AfD’ler

Nein, es ist (k)ein Eigentor. Oder ? Die AfD meint es tödlich ernst. Sie will den Schiessbefehl wieder einführen. Jetzt, wo es keine Mauer mehr gibt, sollen eben Flüchtlinge erschossen werden. Auch Frauen und Kinder. Es ist zu befürchten, das es sich bei den AfD Ausfällen nicht um Wahlkampforgasmen handelt. Die meinen es, über den Wahlkampf hinaus, Tod(!)ernst. Das einzig positive an der Sache ist die öffentliche Empörung. Auch in den Netzwerken. Ich würde vorschlagen, den Schiessbefehl neu zu denken. Schiessbefehl für AfD’ler. Das wäre eine gute Nachricht. Nicht nur in Wahlkampfzeiten.

Wahlkampf für die AfD

Eine (nicht stattfindende ?) Elefantenrunde mutiert zu einer Wahlveranstaltung der AfD.

Wie ist das passiert ?

Am 13.03.2016 ist ein Super Wahlsonntag. In Baden-Württemberg, in Rheinland Pfalz und in Sachsen-Anhalt wird ein neuer Landtag gewählt.

Vor der Elefantenrunde in Baden-Württemberg haben Grüne und SPD ihre Teilnahme abgesagt. Gestern folgte nun auch die Spitzenkandidatin der CDU.

Dass die Grünen und die SPD eine öffentlich-rechtliche (!) Sende-Anstalt (!) beeinflusst haben, ist traurig genug. Eigentlich sollten solche Institutionen über solchen Druck erhaben sein. Sonst sind diese weniger glaubwürdig und bewirken somit das Gegenteil ihrer Existenzberechtigung.

Die Vertreter der „Volks“parteien (War der gut ? Ja oder ja ?) stossen sich an der Teilnahme der AfD. Ich kann das irgendwie verstehen. Den Rechtsextremen soll keine Bühne für ihre Hetze gegeben werden. Und die drei Spitzenkandidaten wollten eine Auseinandersetzung, die nicht konstruktiv verlaufen kann, vermeiden.

Trotzdem ist alleine das Medieninteresse Wahlkampfwerbung für die AfD.

Die Anhänger dieser kranken Partei haben nun einen „Beweis“ für die „Macht“ der „Lügenpresse“ erhalten. Und sie haben einen „Beweis“ dafür erhalten „im Recht(s) zu sein“. Diskussion zu unterbinden, ist auch eine Form der Diskussion.

Egal, ob die missglückte Runde der Elefanten abgesagt wird, ist das Vorspiel zu dieser Absage falsch.

Rechtsextremen Meinungen muss Vernunft entgegengesetzt werden. Immer und immer wieder. Selbst gelackte Funktionäre der AfD laufen durch Argumente an die Wand. Dann kommen nur noch hohle Phrasen.

Und es geht um die Achtung vor den Wählern. Diese entscheiden nun mal über das Wahlergebnis. Auch wenn diese Entscheidung selten frei von Emotionen ist, funktioniert eine Demokratie nun mal so.

Letztlich geht es also nur sekundär um die AfD. Es geht primär um die Meinung der Wähler. Eine Chance, gegen die dumpfen Gefühle in vielen Köpfen, entschlossenen kognitiven Widerstand zu leisten ist vertan worden. Ich fürchte, das Ergebnis wird nur den wenigsten gefallen.

Übrigens sind Elefanten sehr intelligente Zeitgenossen. Wie alle können viel von ihnen lernen.

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Fremde Feder: „Sechs Rezepte gegen die Wahlmüdigkeit“

Bremen-Schock: Sechs Rezepte gegen die Wahlmüdigkeit

Von Anna Reimann und Katherine Rydlink

Noch nie sind in einem westdeutschen Bundesland bei Landtagswahlen so wenige Menschen zur Urne gegangen wie am Wochenende in Bremen. Die Hälfte der Wahlberechtigten blieb dort zu Hause. Und auch bundesweit gibt es immer mehr Nichtwähler – die Wahlbeteiligung ist seit 1998 bei den Bundestagswahlen um mehr als zehn Prozentpunkte gesunken.

Viele Deutsche haben keine Lust mehr auf Wählen. Woran liegt das? Welche Rezepte gibt es gegen Wahlmüdigkeit? Was könnte wirklich helfen?

(…)

Zwei Lehren aus der Wahl in Bremen

Die Wahl in Bremen ist nicht unbedingt wegen des Wahlergebnisses interessant. Es sind zwei Dinge, die mich nachdenklich machen und die einen möglichen Ausweg aus der Krise andeuten:

1) Die Wahlbeteiligung ist peinlich gesunken. Genau die Hälfte aller Wahlberechtigten sind zur Wahl gegangen. Wenn wir alle Wahlberechtigten betrachten, sehen wir folgendes Ergebnis:

Bürgerschaftswahl Bremen 2015

Mich beunruhigt dieses Schauspiel schon und ich weiss auch keine Lösung. Scheinbar sind die politischen Parteien nicht mehr in der Lage Menschen zu begeistern. Wenn wir die Parteimitglieder abziehen, sieht das Ergebnis noch schlimmer aus.

Neben Parteien, die wenig bis nichts mehr zu bieten haben, fehlt die Polarisierung. Es fehlt das grosse Thema. Es wird immer schwieriger für Parteien sich abzugrenzen.

Wie wichtig es ist, und welche Wirkung es haben kann, charismatische Persönlichkeiten in seinen Reihen zu haben, zeigt diese Frau:

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Lencke Steiner, parteilos, hat es geschafft, für die FDP ein sensationelles Ergebnis zu erzielen. 6,5 Prozent hat die FDP erzielt, und das lag sicherlich nicht zuletzt an der Spitzenkandidatin. Das Beispiel Lencke Steiner zeigt, das gerade auch parteilose Spitzenkandiaten(innen) beste Ergebnisse erzielen können. Es war, im Fall von Frau Steiner, ganz klar eine Personenwahl. Gestern habe ich Frau Steiner im TV gesehen, als sie, nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses vor ihre Anhänger trat, und fand sie irgendwie sympathisch. Nicht so blass und selbstgerecht wie alte Politikstrategen oder wie Menschen, die Zeit ihres Lebens eine politische Karriere geplant haben.

Ein anderes Beispiel, wie Persönlichkeiten ihre Wahlergebnisse „schneidern“ ist Kristina Schröder. Frau Schröder schafft es ihren Wahlkreis in Wiesbaden direkt zu gewinnen. Frau Schröder ist nicht parteilos, sondern Mitglied der CDU.

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Was mich an der Wahl in Bremen auch ein bisschen traurig macht ist das Abscheiden der Grünen. Nun dritt stärkste Kraft in Bremen. Da ist ein Grüner schon enttäuscht ;-(

Politik zum Abgewöhnen boten gestern, wieder einmal, die Politiker aus Berlin. Welche Selbstgerechtigkeit. Zum K*tzen. Vielleicht ist es, ohne Schuldzuweisungen verteilen zu wollen, auch diese bornierte Selbstgerechtigkeit, die Wähler von den Urnen fernhält ?

Ich denke, wir brauchen in Deutschland wieder Polemisierung durch Sachthemen und Persönlichkeiten, die Menschen ansprechen. Ich glaube nicht, das die Menschen Politikverdrossen sind. Ich glaube die Menschen sind Poltikerverdrossen. Und das völlig zu Recht.

Die gute Nachricht ist, das Menschen wie Lencke Steiner und Kristina Schröder zeigen, das dieses Problem zu lösen ist.

Neue Politiker braucht das Land !